Simbabwe

Mittlerweile alle Provinzen von Choleraausbruch betroffen

Cholerapatienten in der Poliklinik von Budiriro

Ärzte ohne Grenzen hat in Simbabwe seit dem Ausbruch der Cholera im August vergangenen Jahres rund 16.000 Menschen behandelt. Insgesamt beobachtet die Organisation in ihren Projekten einen Rückgang der Cholerafälle. Landesweit treten jedoch weiterhin neue Fälle auf, und die Situation bleibt in einigen Regionen besorgniserregend. Das ganze Land ist mittlerweile von der Cholera betroffen, alle zehn Provinzen berichten von Ausbrüchen. Mittlerweile sind aber mehr Hilfsorganisationen aktiv als zu Beginn des Ausbruchs.

Es ist eine deutliche Verlagerung der Cholera von größeren in kleinere Städte zu erkennen. Viele Regionen sind erstmals betroffenen und liegen in ländlichen Gebieten. Zudem hat die Regensaison begonnen. Beides stellt die Helfer vor große logistische Herausforderung.

Die Zahl der Patienten in den Cholera-Behandlungszentren in Harare bleibt hoch, aber die allgemeine Situation stabilisiert sich. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sehen noch 50 Patienten täglich. Der Großteil der Erkrankten kommt noch immer aus vier stark bewohnten Vierteln. Die Zahl der Patienten aus anderen Vierteln ist aber gestiegen.

Viele Choleraerkrankte in Gefängnissen

In einigen Gefängnissen in Harare gibt es eine erhebliche Zahl von Cholerapatienten. Rund 14 Prozent von ihnen sterben an der Krankheit. Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes sind in Kontakt mit den Autoritäten der Gefängnisse.

In Glendale, Mashonland Central, ist die Wassersituation prekär. Wenn nichts unternommen wird, könnte ein weiterer großer Ausbruch bevorstehen. Ärzte ohne Grenzen wird die Lage vor Ort in dieser Woche evaluieren.

Mehr Cholerafälle nach den Feiertagen

In Chegutu gab es in den vergangenen Tagen - vermutlich durch die Bewegungen der Menschen während der Weihnachts- und Neujahrsferien, anhaltenden Regen und weiterhin schlechte Sanitäranlagen - noch einmal einen Anstieg der Cholerafälle. Insgesamt ist die Zahl der Fälle aber stark rückläufig.

Einen leichten Anstieg der Cholerafälle infolge der Bewegungen und Menschenansammlungen während der Ferien gab es auch Beitbridge, an der Grenzen zu Südafrika. Insgesamt bleibt die Zahl der Fälle aber niedrig. Von der südafrikanischen Regierung bereitgestellte Wassertanks versorgen die dicht besiedelten Gebiete. In Bulawayo geht die Zahl der Fälle weiterhin zurück, das Abwassersystem ist aber weiterhin blockiert.

Mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen werden weiterhin den Einrichtungen des Gesundheitsministeriums kurzfristige Hilfe anbieten und sich auf Gebiete mit mehr als zehn Cholerafällen pro Tag konzentrieren.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2000 in Simbabwe. Neben der Reaktion auf akute Krankheitsausbrüche kümmern sich die Mitarbeiter vor allem um HIV/Aids-Patienten.