Anika Schwarzmann, Apothekerin

Mitarbeiterportrait

Zum Welt-Hebammentag haben wir einen kleinen Umzug durchs Dorf gemacht.

Alter:

34

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

BerlinApotheke, Berlin

Ausbildung:

Apothekerin

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

  • 2011 für sieben Monate in der Zentralafrikanischen Republik
  • 2011/2012 für sechs Monate in Haiti

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

Diesmal habe ich nicht so viele Bücher mitgenommen, da ich schon wusste, dass ich genug in der 'Hausbücherei' finden werde: "Emergency Sex", "Half of a rising sun", "A song of stone" sind drei, die mir in Erinnerung geblieben sind.

Musik, die ich gehört habe:

Kumpa - haitianische Tanzmusik. Sehr eng wird da getanzt, und Kumpa ist immer und überall zu hören. Außerdem Dupstep, Minimal und Hip Hop.

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Wir haben mit unserem Team drei Projekte auf Haiti betreut: zwei Cholerazentren und eine Geburtsklinik für komplizierte Entbindungen. Als Apothekerin war ich, zusammen mit den Logistikern, dafür verantwortlich, die Versorgung der Projekte mit Arzneimitteln, medizinischen Produkten (z.B. Nadeln und Spritzen, Handschuhe) und Laborbedarf sicherzustellen. In Deutschland kann ich in einer Apotheke innerhalb von zwei bis drei Stunden ein Medikament besorgen, auf Haiti wird alle vier Monate bestellt. Da ist es wichtig, den Verbrauch abschätzen zu können, Änderungen im medizinischen Angebot früh genug zu planen und die Mitarbeiter darauf aufmerksam zu machen, dass es einige Zeit dauern kann, bis das gewünschte Material eintrifft. Dazu gehört auch, den gesamten Prozess - von der internationalen Bestellung bis zur Verabreichung eines Medikaments - klar und verständlich darzustellen und die Verantwortlichkeiten an jeder Stelle festzulegen.

Ich habe Mitarbeiter geschult, Protokolle von Ärzte ohne Grenzen erklärt, eingeführt und für ihre Umsetzung gesorgt. Darüber hinaus habe ich Kommunikationsstrukturen aufgebaut und die Teams in allen pharmazeutischen Fragen unterstützt.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

Da ich die meiste Zeit in Port-au-Prince gewohnt habe, hatte ich ein beinahe normales Freizeitprogramm: Eis essen, tanzen gehen, über einen Markt schlendern oder einfach spazieren gehen. Manchmal ist das Team auch gemeinsam für einen Tag an den Strand oder auf's Land gefahren.

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Sehr geschätzt habe ich, dass alle im internationalen Team vernünftige, nette und lustige Leute waren, mit denen ich mich fachlich und privat gut verstanden habe. Durch anspruchsvolle und abwechslungsreiche Aufgaben habe ich sehr viel gelernt.

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Meine Freunde. Außerdem hätte ich gerne mal ordentlichen Käse oder Sushi gegessen. Und die deutsche Sprache hat mir gefehlt.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Mein nächstes Projekt besteht darin, zwei Monate lang als Apothekerin im Amsterdamer Büro zu arbeiten. Dort unterstütze ich die Apotheker in den Projekten vom Büro aus. Und danach - mal sehen.

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Ich habe viel Zeit im Auto verbracht, um von Projekt zu Projekt zu fahren. Dabei habe ich mich immer gerne mit den Fahrern unterhalten: Sie haben Geschichten von ihren Familien erzählt, von dem, was sie am Wochenende machen, davon, wie das damals war, und wieso sie bei Ärzte ohne Grenzen arbeiten ... Bewegend war auch, dass ich bei meiner Nachtschicht im Krankenhaus eine Geburt miterleben durfte. Und es gab so viele kleine schöne Momente mit den einheimischen Mitarbeitern.