Südsudan

Mitarbeiterporträt Nina Egger-Büssing, Personalfachkraft

Personalfachkraft Nina Egger-Büssing im Südsudan.

Alter:

32

Letzte Arbeitsstelle in Deutschland:

Administratorin bei "Starke Familie e.V."

Ausbildung:

M.A. Geografin

Projekte mit Ärzte ohne Grenzen:

2012/2013 für sechs Monate im Südsudan

Ein Buch, das mich während meines letzten Einsatzes begleitet hat:

Dave Eggers: "Weit gegangen". Ich habe Leute kennengelernt, die Valentino Achak Deng, der im Zentrum des Buches steht, persönlich kennen!!

Musik, die ich gehört habe:

Sehr beliebt zurzeit in Juba: P-Square mit "Chop my money" :-)

Wie sah dein Berufsalltag im letzten Projekt mit Ärzte ohne Grenzen aus?

Mein Job war ein klassischer Verwaltungsjob, d.h. die meiste Zeit habe ich im Büro von Ärzte ohne Grenzen verbracht. Dort habe ich alle Neuankömmlinge in Empfang genommen, habe mit ihnen die Formalitäten und die Visaangelegenheiten geregelt und ihre Weiterreise organisiert. Ich war sozusagen der "focal point" für alle internationalen Mitarbeiter in Juba und daher auch verantwortlich für alle weiteren Reisen, zum Beispiel zu Trainings oder am Ende ihres Einsatzes.

Unterstützt wurde ich von zwei Assistenten, die sich um viele der Reisebuchungen und die täglichen Gänge zur Immigrationsbehörde gekümmert haben. Schön war, dass ich die Möglichkeit hatte, in die Projekte zu fliegen und so die konkrete medizinische Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in drei verschiedenen Projekten kennenlernen konnte. Auf dem Foto besuche ich das Ernährungszentrum im Krankenhaus in der Stadt Leer.

Was hast du in deiner Freizeit gemacht?

In der zweiten Hälfte meines Einsatzes habe ich gemerkt, dass ich mich unbedingt mehr körperlich betätigen muss, um einen Ausgleich zur Schreibtischarbeit zu finden. Deshalb war ich nach der Arbeit immer noch mindestens eine halbe Stunde lang joggen. Das war herrlich, von allen Seiten wurde ich gegrüßt, und nach einer Weile hatten sich die meisten an die rennende "Khawaja" gewöhnt. Manchmal haben sich Kinder oder junge Frauen angeschlossen und wir sind in einer Gruppe durch das angrenzende Dort gejoggt. Großes Kino!

Da ich in Juba, der südsudanesischen Hauptstadt, gearbeitet habe, gab es abends auch mal die Möglichkeit in ein Restaurant oder eine Bar zu gehen. Das haben wir vor allem an den Wochenenden genutzt. Unter der Woche haben wir meistens nach dem Abendessen noch zusammengesessen und gequatscht oder manchmal gemeinsam einen Film gesehen oder Sport gemacht.

Was hast du am meisten geschätzt während deines letzten Projektaufenthalts?

Ich hatte ein absolut fantastisches Team, in dem ich Mitbewohner, Kollegen und Freunde gefunden habe. Das Zusammenleben, -wohnen, -arbeiten war von viel Respekt und Herzlichkeit geprägt, wirklich beeindruckend.

Was hat dir am meisten von Zuhause gefehlt?

Brot wird, glaube ich, für jeden Deutschen ab einem bestimmten Zeitpunkt zum Thema :-)

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich würde gerne einen weiteren Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen machen, allerdings möchte ich auch erst mal viel Zeit in Berlin mit meinem Freund, meinen Freunden und meiner Familie verbringen.

Was ist die schönste Erinnerung an die Projektarbeit?

Die Intensität der Arbeit, des Zusammenlebens, des Landes.