Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen behandeln Verletzte in Gaza

Palästinensische Kinder, die mit ihrer Familie fliehen mussten, in einer Notunterkunft in Rafah im südlichen Gazastreifen.

Vier Tage nachdem die Luftangriffe auf den Gazastreifen begannen, sind die dortigen Krankenhäuser durch die Einlieferung vieler Verletzter überlastet. Zwei Teams von Ärzte ohne Grenzen haben damit begonnen, sie zu behandeln. Zudem gelangte heute eine erste LKW-Ladung mit medizinischen Vorräten und Medikamenten in den Gazastreifen.

Im Shifa-Krankenhaus, der Referenzklinik von Gaza, unterstützen ein Arzt und eine Krankenschwester von Ärzte ohne Grenzen die Arbeit, indem sie die Verletzten beurteilen und Patienten in die Klinik nach Gaza-Stadt überweisen. So versuchen sie, das Shifa-Krankenhaus zu entlasten, das durch die Einlieferung vieler Patienten stark überlastet ist. Ein zweites Team, das aus einem Arzt, drei Krankenschwestern und einem Physiotherapeuten besteht, hat bereits rund ein Dutzend Verletzter behandelt. Für morgen sind bereits 20 weitere Patienten zur Behandlung vorgesehen.

Morgen wird hoffentlich ein drittes Team die Kinderklinik der Organisation in Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen wieder eröffnen, um Notfallbehandlungen für Kinder zu ermöglichen. Zudem wollen sie im überlasteten Kemal Edwan-Krankenhauses helfen. Die Klinik ist ebenfalls mit Verletzten überfüllt.

Ein viertes Team ist für die Khan Yunis-Klinik der Organisation im südlichen Gazastreifen vorgesehen. Falls die Sicherheitslage es erlaubt, soll durch ihre Arbeit dort das Al Nasser- und das Al Najar-Krankenhaus entlastet werden.

Die LKW-Ladung, die heute in den Gazastreifen gelangte, enthält medizinische Kits für die Behandlung mehrere Hundert Patienten mit Verletzungen und Verbrennungen. Sie ist dafür bestimmt, die Notfall-Vorräte von Ärzte ohne Grenzen wieder aufzufüllen und medizinische Einrichtungen im Gazastreifen zu beliefern, denen es an Medikamenten und Material fehlt.

Zurzeit arbeiten nur einheimische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen. Die Organisation wird versuchen, diese Teams mit internationalen Mitarbeitern zu verstärken.