Mosambik

Medizinische Hilfe und Unterkünfte für Menschen, die vor Überschwemmungen geflüchtet sind

Nach heftigen Regenfällen sind seit dem Jahresende 2007 Teile des südlichen Afrikas überflutet. In Mosambik beispielsweise werden zu dieser Jahreszeit zwar Überschwemmungen erwartet. Die derzeitigen Flussstände sind jedoch alarmierend und deutlich höher als im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit. Teams von Ärzte ohne Grenzen versuchen, die gesundheitlichen Folgen der Überschwemmungen zu minimieren.

Im Gebiet des Zambezi mussten seit Dezember 2007 rund 65.000 Menschen ihre Häuser verlassen und in Lager, die in sichereren Gegenden liegen, umsiedeln. Hinzukommen viele Vertriebene, die nach Überschwemmungen im vergangenen Jahr nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten und nach wie vor unterstützt werden müssen.

Die nationale Agentur für Katastrophenhilfe unterstützt die Betroffenen seit Beginn der Überschwemmungen. Hilfe durch Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, die bereits im Land arbeiten, ist jedoch willkommen.

Notunterkünfte und Latrinen

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben die betroffene Region am 9. Januar erreicht und zügig mit der Verteilung von Materialien zum Bau von Notunterkünften und der Unterstützung der Gemeinden mit sauberem Wasser und Latrinen in Lagern in Mutarara (Tete Provinz) und Moepia (Zambezia Provinz) begonnen. Die Mitarbeiter untersuchen außerdem die medizinischen Bedürfnisse der Lagerbewohner und haben ein Auge auf den möglichen Ausbruch von Krankheiten.

Auch in den Kreisen Mopeia, Morrumbala und Chinde (Provinz Zambezia) hat sich ein Team ein Bild von der Lage gemacht. In Mopeia wurden 200 Menschen mit Booten von Ärzte ohne Grenzen geborgen und in die Lager gebracht.

Herausforderung Logistik

"Die größte Herausforderung ist die Logistik", sagt der Arzt Marc Biot, der beim ersten Tag des Einsatzes in Mutarara dabei war. "Von den Fluten abgeschnittene Dörfer sind nur per Boot zu erreichen. Das kostet eine Menge Zeit. Und wenn wir einmal wissen, was den Menschen fehlt, müssen wir Medikamente und Materialien für Unterkünfte dorthin bringen oder Impfkampagnen beginnen. Einige Gegenden, wie Chinde, sind von den Fluten so schlimm betroffen, dass wir die Bevölkerung dort nur mit Hubschraubern erreichen können."

Die Zahl der Familien, die ihr Zuhause wegen des Überschwemmungen verlassen mussten, wird vermutlich noch steigen. Mehr Regen wird vorhergesagt. Ärzte ohne Grenzen stellt sich darauf ein, noch einige Wochen in den überfluteten Gebieten aktiv zu sein und verstärkt sein Team. Derzeit sind 7 internationale und 62 nationale Mitarbeiter vor Ort.

Krankheitsausbrüche verhindern

"Die größten gesundheitlichen Risiken sind nach Überflutungen normalerweise Masern und Durchfallerkrankungen", sagt Biot. "Wir werden daher versuchen, so viele Kinder wie möglich gegen Masern zu impfen und in den Lagern sauberes Wasser bereit zu stellen."

In Mutarara gibt es bereits vier bestätigte Cholera-Fälle. Um die Erkrankten zu behandeln und eine Ausbreitung der Krankheit zu vermeiden, wurde ein Cholera-Behandlungszentrum errichtet.

Um das Risiko von Malaria-Erkrankungen zu minimieren, wurden in Zona Verde im Bezirk Mopeia Moskitonetze verteilt. Sauberes Wasser bringen die Teams mit LKW in die Lager oder sie geben Chlortabletten aus, mit denen sich die Menschen Flusswasser selbst reinigen können. Zudem sind Gesundheitseinrichtungen geplant, in denen Menschen besser mit Medikamenten versorgt werden.

HIV/Aids- und Tuberkulose-Therapie garantieren

In Mutarara sind 60 HIV/Aids- beziehungsweise Tuberkulose-Patienten nicht im Krankenhaus erschienen. Normalerweise holen sie dort ihre Medikamente für den kommenden Monat ab. Durch die Überschwemmungen könnte ihnen der Weg zum Krankenhaus aber auch in den kommenden Wochen nicht möglich sein. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen werden sich auf die Suche nach diesen Patienten machen, damit sie ihre Medikamente erhalten. Denn bei unregelmäßiger Einnahme der Tabletten ist die ganze Therapie in Gefahr.