Niger

Masernepidemie - fast 300.000 Kinder geimpft

Seit dem 2. Januar 2008 erkrankten in Niger 2.200 Kinder an Masern. Ärzte ohne Grenzen hat Teams in die am meisten betroffenen Regionen Zinder und Maradi entsandt, um eine weitere Verbreitung der hoch ansteckenden Krankheit zu verhindern. Insgesamt wurden bislang fast 300.000 Kinder geimpft.

Im Dezember 2007 wurden erste Masernfälle in den Regionen Maradi und Zinder gemeldet. Im Verlauf des Januars 2008 impfte die Gesundheitsbehörde Kinder im Alter von 9 Monaten bis 5 Jahren. Trotz dieser nationalen Impfkampagne steckten sich immer mehr Kinder mit Masern an - zwischen dem 1. Januar und dem 23. März dieses Jahres wurden landesweit 2.200 Fälle gemeldet. Um die Verbreitung zu bekämpfen, haben Teams von Ärzte ohne Grenzen mit einer Impfkampagne für Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 15 Jahren begonnen.

In der Region Zinder haben Teams von Ärzte ohne Grenzen ein Überwachungssystem aufgebaut, medizinisches Personal trainiert und über nationale Radiostationen eine Aufklärungskampagne gestartet.

Die Teams gehen dezentral vor

In einem Umkreis von 15 Kilometern um die Stadt Magaria an der nigerianischen Grenze wurden seit dem 26. März 2008 42.000 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 15 Jahren geimpft. Diese Region ist sehr ländlich, die Bevölkerung weit verstreut. Ärzte ohne Grenzen verfolgt daher eine Dezentralisierungsstrategie, bei der mobile Einsatzteams in abgelegene Dörfern fahren. So können die Kinder direkt vor Ort geimpft werden, was die Impfabdeckung verbessert und eine schnellere Erkennung der Erkrankten ermöglicht. Rund 20 Kinder werden täglich mit Masern diagnostiziert.

Am 30. März 2008 haben weitere Teams von Ärzte ohne Grenzen mit einer Impfkampagne in der weiter nördlich gelegenen Stadt Zinder begonnen. 94.700 Kinder wurden dort in den letzten fünf Tagen geimpft. Diese Impfkampagne wird auf die ländlicheren Gebiete des Bezirks Zinder ausgedehnt.

946 der 2.200 registrierten Fälle wurden zu Jahresbeginn in der Region Maradi gemeldet. Am 1. April 2008 wurden in der Stadt Maradi 106.000 Kinder und im Bezirk Guidam Roumji 35.124 Kinder geimpft.

Masern sind für mangelernährte Kinder besonders gefährlich

Niger hat weltweit eine der höchsten Raten von chronischer und akuter Mangelernährung bei Kindern. Ärzte ohne Grenzen unterhält mehrere Ernährungsprogramme an verschiedenen Orten der Regionen Maradi, Zinder und Tahoua. Wenn Mangelernährung und Masern zusammentreffen, sind kleine Kinder extrem gefährdet. Mangelernährung schwächt das Immunsystem, und die mangelernährten Kinder sind dadurch wesentlich anfälliger für infektiöse Krankheiten wie Masern. Kinder mit Masern wiederum sind anfälliger für Mangelernährung. Es ist daher sehr wichtig, die Kinder in Niger vor Masern zu schützen.

Ärzte ohne Grenzen hat im Land weitere großangelegte Impfkampagnen initiiert, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.