D.R. Kongo: Zivilbevölkerung in Kriegsgebiet im Osten gefangen

Liste der schwersten zehn humanitären Krisen 2008

Die Mensch im Osten des Kongos brauchen dringend Hilfe.

Die kongolesische Provinz Nord-Kivu kommt nicht zur Ruhe. Eine im Januar 2008 unterzeichnete Waffenstillstandsvereinbarung wurde nicht eingehalten und Ende August kam es in der Region wieder zu heftigen Kämpfen. Hunderttausende Menschen sind seitdem erneut auf der Flucht, auf der verzweifelten Suche nach Sicherheit. Die vielfach bereits zum wiederholten Male Vertriebenen haben keinen oder nur schlechten Zugang zu medizinischer Versorgung, Nahrung, Trinkwasser und Notunterkünften. Sie kommen in Lagern, bei einheimischen Familien unter oder verstecken sich in den Wäldern, wo sie weiter von Übergriffen zahlreicher bewaffneter Gruppen bedroht sind. Trotz des UN-Mandats konnte die Blauhelmtruppe MONUC die Zivilbevölkerung nicht vor Gewalt und Vertreibung schützen.

Die Vertriebenen sind extrem anfällig für einfach behandelbare Krankheiten, wie Atemwegserkrankungen und Durchfall, und leiden an Mangelernährung. Darüber hinaus werden aus verschiedenen Gebieten Cholerafälle gemeldet, auch aus solchen, wo die schwere Durchfallerkrankung normalerweise nur selten auftritt. Unzureichende Hygiene, verschmutztes Trinkwasser, die Entbehrungen der Flucht und die überfüllten Vertriebenenlager begünstigen den Ausbruch der Krankheit.

Teams von Ärzte ohne Grenzen leisten in zahlreichen Projekten in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu medizinische Not- sowie einfache und weiterführende Gesundheitsversorgung, stellen Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen bereit und verteilen Hilfsgüter wie Decken und Materialien zum Bau von Notunterkünften.

Ärzte ohne Grenzen ist eine der wenigen Hilfsorganisationen, die außerhalb Gomas, der Provinzhauptstadt Nod-Kivus, tätig sind. Angesichts der sich verschlechternden Lage der Menschen haben die Teams ihre Notfalleinsätze noch ausgeweitet. Aufgrund der unsicheren Lage und anhaltender Kämpfe bleiben einige Gebiete aber unerreichbar und die dortigen Menschen von jeglicher Gesundheitsversorgung abgeschnitten.