Mali

Lebensrettende Maßnahmen und umfassende Gesundheitsversorgung

Im Krankenhaus von Timbuktu, in dem Ärzte ohne Grenzen arbeitet, wird ein neuer Patient aufgenommen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen befinden sich 380.000 Malier auf der Flucht. Sie flohen entweder innerhalb der Landesgrenzen oder in einen der Nachbarstaaten. Drei Wochen nach dem Beginn des Militäreinsatzes in Mali setzt Ärzte ohne Grenzen seine Arbeit in Mopti, Gao, Ansango, Konna, Douentza und Timbuktu fort. Die Patienten werden dort mit lebensrettenden Maßnahmen und notfallchirurgisch versorgt. Auch im südlichen Teil des Landes, in der Region Sikasso, gibt es ein umfassendes Hilfsprogramm für Kinder. Eine flächendeckende Versorgung mit Hilfe wird in Mali durch die Instabilität und den damit verbundenen eingeschränkten Zugang zu bestimmten Gebieten, durch Landminen und kommunikative Schwierigkeiten erschwert. Ärzte ohne Grenzen-Teams unterstützen auch malische Flüchtlinge in den Nachbarländern Burkina Faso, Mauretanien und Niger.

In Konna, der Schlüsselregion zwischen dem Norden und Süden Malis, hat Ärzte ohne Grenzen bereits mehr als 600 Konsultationen durchgeführt, nachdem uns in der vergangenen Woche erstmals Zutritt in diesen Landstrich gewährt wurde. Da das Personal der einzigen medizinischen Einrichtung geflohen war, wurde ein Gesundheitszentrum eingerichtet, in dem bereits durch den Krieg verwundete Patienten behandelt wurden - darunter drei Kinder, die sich beim Spielen mit einem Blindgänger schwere Verletzungen zugezogen haben. Sie wurden später zur weiteren Behandlung in das nahegelegene Sevare-Krankenhaus gebracht.

Weiter nördlich, in Douentza, arbeiten unsere Mitarbeiter weiterhin im städtischen Krankenhaus. Selbst während der schweren Bombardements hielten die Teams die medizinische Versorgung rund um die Uhr aufrecht und führten etwa 450 Konsultationen pro Woche durch. Mittlerweile sind es rund 500 Konsultationen, was daran liegt, dass sich die Situation etwas entspannt hat und die Menschen wieder mobiler sind. Das Team hat auch drei Patienten mit Schusswunden behandelt - ein Fall musste an das Sevare-Krankenhaus übermittelt werden. Mobile Kliniken, die Patienten in entlegenen Regionen versorgen, können dagegen aus Sicherheitsgründen nicht zum Einsatz kommen, da in der Region Landminen verlegt sind. In den stationären Einrichtungen hat Ärzte ohne Grenzen dafür die chirurgischen Kapazitäten erhöht, um der Bevölkerung eine umfassende medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Timbuktu und Umgebung: 9.000 Konsultationen seit Januar

In Timbuktu besteht vor allem großer Bedarf an pädiatrischer Versorgung, Geburtshilfe sowie chirurgischer (Notfall-)Betreuung. In den vergangenen zwanzig Tagen wurden allein im Krankenhaus von Timbuktu mehr als dreißig Verwundete behandelt. Insgesamt führten die Teams dort und in der Umgebung der Stadt seit Beginn des Jahres rund 9.000 Konsultationen durch, und Gesundheitszentren wurden mit medizinischen Hilfsgüter und Medikamente beliefert.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit mehr als zehn Monaten in Timbuktu und behandelt unverändert viele Patienten: 2012 wurden insgesamt rund 50.000 Konsultationen durchgeführt (rund ein Drittel davon wegen Malaria), 1.600 Menschen wurden in das Krankenhaus eingewiesen und insgesamt mehr als 400 Operationen durchgeführt.

Gao: keine mobile Kliniken, aber Arbeit in Gesundheitszentren

Ärzte ohne Grenzen arbeitet in zwei Gesundheitszentren in den Gemeinden Wabaria und Sossokoira bei Gao, während die Aktivitäten in Chabaria, dem dritten Einsatzgebiet, aus Sicherheitsgründen vorübergehend ausgesetzt werden mussten. In jedem dieser beiden aktiven Zentren führen die Teams rund 60 bis 65 Konsultationen am Tag durch - obwohl der Konflikt sich in dieser Region ebenfalls verschärft hat und auch hier die mobilen Kliniken ihre Arbeit einstellen mussten, konnte die Zahl der Konsultationen aufrechterhalten werden.

Im weiter südlich gelegenen Ansongo umfasst die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen neben der Basisgesundheitsversorgung vor allem chirurgische Hilfe im örtlichen Krankenhaus.