zu Pharmafirmen, ihren Medikamenten und Patenten

Informationen

Unternehmen: Abbott Laboratories, Hauptsitz: Illinois, USA

Das sind die Medikamente, deren Patente GSK in den Patentpool geben soll und die Gründe, aus denen Patienten diese Medikamente benötigen:

Ritonavir (Markenname: Norvir) ist ein bedeutendes Medikament - es ist das einzige "booster"-Medikament, dass kombiniert mit bestimmten anderen Medikamenten eine extrem wichtige Kombinationstherapie bildet. Eines dieser Medikamente ist zum Beispiel Lopinavir. Die Patente für Ritonavir und auch Lopinavir liegen bei Abbott. Bisher ist die Kombination von Lopinavir und Ritonavir (Markenname: Kaletra oder Aluvia) die einzig verfügbare "boosted" Kombination in nur einer Pille und in einer Form, die keine Kühlung benötigt. Dies ist extrem wichtig in vielen Regionen, in denen es keinen Strom gibt, ganz zu schweigen von einem funktionierenden Kühlschrank.

Es gab bereits viele öffentliche Auseinandersetzungen um dieses zentrale Kombinationspräparat. Es ist derzeit völlig unverzichtbar für die Patienten, deren Medikamente das HI-Virus aufgrund von Resistenzen nicht mehr in Schach halten können.

Ritonavir könnte genutzt werden, auch andere Medikamente zu "boosten", also deren Wirkung zu verstärken. Allerdings führt eine Verzögerung in der Produktion einer hitzestabilen Form des Medikaments dazu, dass es andere Medikamente, die einen "Booster" brauchen, bisher nicht in einer einzigen und einfach zu nutzenden Kombinationstablette gibt. Dieses Patent in den Pool zu geben, würde für andere einfach zu nutzende Kombinationspillen mit verschiedenen anderen antiretroviralen Medikamenten dem Öffnen einer Schatztruhe gleichkommen.

Abbott sollte also die individuellen Patente auf Ritonavir und Lopinavir, sowie die Patente für das Kombinationspräparat aus ihnen, in den UNITAID-Patentpool geben.