zu Pharmafirmen, ihren Medikamenten und Patenten

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Unternehmen: Gilead Sciences, Hauptsitz: Foster City, USA

Das sind die Medikamente, deren Patente Gilead Sciences in den Pool geben soll und die Gründe, aus denen Patienten diese Medikamente benötigen:

Tenofovir ist ein sehr wichtiges Medikament. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt bereits seit einigen Jahren, ein älteres antiretrovirales Medikament namens Stavudin damit zu ersetzen. Beide Medikamente werden zu Beginn einer antiretroviralen Behandlung eingesetzt. Tenofovir hat aber deutlich weniger Nebenwirkungen. Nebenwirkungen können vielfältiger Natur sein und beispielsweise zu Beeinträchtigungen der Nerven in Händen und Füßen führen, die Schwierigkeiten beim Gehen erzeugen. Tenofovir ist außerdem viel robuster: Der HI-Virus entwickelt weniger Resistenzen gegenüber dem Medikament. Aus diesen Gründen verfolgen Patienten, deren Behandlung auf Tenofovir basiert, ihre Behandlung länger und bleiben daher auch länger gesund. Gileads Tenofovir ist zwar in Ländern mit niedrigem Einkommen erhältlich, eine Behandlung mit einem Kombinationspräparat, das Tenofovir enhält, kostet aber in einigen Ländern mit mittlerem Einkommen pro Patient und Jahr immer noch bis zu 1033 US- Dollar.

FTC ist ein wichtiges antiretrovirales Medikament für Patienten, die mit einer Kombinationstherapie, also einer gleichzeitigen Behandlung mit mehreren Medikamenten, beginnen müssen. Mit dem Patent für Emtricitabin im Patentpool könnten viel mehr Kombinationspräparate hergestellt werden - insbesondere einfach einzunehmende 3-in-1-Medikamente, die es Patienten vereinfachen, den oft komplizierten Behandlungsverlauf einzuhalten. Dieses Medikament hilft auch, eine Behandlung so einfach wie möglich zu halten, da es nur einmal pro Tag eingenommen werden muss - ganz im Gegensatz zu den meisten anderen antiretroviralen Medikamenten. Es ist dringend notwendig, Medikamente und insbesondere Kombinationspräparate zu entwickeln, die auf spezifische Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind.

Dieses Produkt ist bei Gilead noch in der Entwicklung und gehört zu einer von Medikamenten, den sogenannten "Boostern", die üblicherweise zusammen mit anderen antiretroviralen Medikamenten verabreicht werden, um deren Wirkstärke zu erhöhen. Die einzigen anderen Booster, die es gibt, sind patentiert und sehr teuer. Das hat die Weiterentwicklung von Kombinationstherapien bisher massiv eingeschränkt. Die Zusammenstellung neuer Kombinationen ist notwendig, um den Patienten zu helfen, bei denen die bisherige Behandlung versagt. Wären die Patente zu diesen Medikamenten im Patentpool, würde dies die Tür zur Entwicklung wichtiger neuer Kombinationen öffnen und das Leben vieler Menschen verlängern.

Dieses Medikament gehört zu einer neuen, sehr vielversprechenden Gruppe von antiretroviralen Medikamenten, den sogenannten Integrase-Inhibitoren. Weil sie anders arbeiten, als die bisherigen HIV-Medikamente, könnten diese den HI-Virus austricksen. Sie geben Hoffnung für neue wirksamere Behandlungslinien für Patienten, deren bisherige Medikamente gegen das Virus wirkungslos geworden sind.

Kombinationspräparate: Gilead hat weiterhin die Patente zu folgenden Kombinationspräparaten inne. Auch diese sollten in den Patentpool gegeben werden:

Außerdem ist Gilead Mitinhaber von Patenten auf Dreifach-Kombinationspräparate. Dieses Patent sollte auch in den Patentpool gegeben werden:

Tenofovir-Disoproxil-Fumarat / Emtricitabin / Efavirenz, Markenname: Atripla

Gilead hält zusammen mit Merck und Bristol-Myers Squibb ein gemeinsames Patent auf diese weit verbreitete und effektive Dreifach-Kombinationsbehandlung. Kombinationspräparate bestehen jeweils aus zwei oder drei Medikamenten, die in einer Pille zusammengefasst sind. Diese muss nur zweimal oder sogar nur einmal am Tag eingenommen werden. Atripla ist im Gebrauch besonders wirksam und muss nur einmal am Tag genommen werden. Diese Dreifachkombinationen haben die HIV/AIDS-Behandlung revolutioniert, indem sie eine sehr komplexe Behandlung vereinfacht haben. Diese Entwicklung ist einer der wesentlichen Gründe, dass die Behandlungen in Entwicklungsländern drastisch ausgeweitet werden konnten. Deshalb müssen auch die Patente für diese Kombination in den Patentpool.