HIV/Aids

Krankenhaus in Takeo: Station für HIV-positive Patienten, die auch an Tuberkulose erkrankt sind.

33 Millionen Infizierte weltweit, zwei Millionen Tote jährlich: Die Zahlen sprechen für sich. Dank neuer Medikamente kann Aids heute wirkungsvoll behandelt werden. Lange Zeit allerdings wollte das in ärmeren Ländern niemand tun, zu schwierig und teuer schien die Aufgabe. Dabei löschte das Virus eine ganze Generation in den betroffenen Ländern aus, hinterließ Millionen Waisen und bremste Fortschritt und Entwicklung.

Eine sogenannte antiretrovirale Therapie kann die Vermehrung des Virus im Körper hemmen und damit den Gesundheitszustand von HIV-Patienten erheblich verbessern. Bei konsequenter Einnahme dieser Medikamente können Menschen mit HIV noch viele Jahre ein relativ normales Leben führen.

Ärzte ohne Grenzen gehört zu den ersten Organistionen, die mit antiretroviralen Medikamenten HIV in ärmeren Ländern behandeltne. Heute ist es ein allgemein anerkanntes Ziel, allen HIV-Infizierten eine antiretrovirale Therapie zugänglich zu machen - doch noch immer ist die Weltgemeinschaft weit davon entfernt.

Derzeit benötigen etwa 15 Millionen Menschen in ärmeren Ländern dringend eine antiretrovirale Behandlung. Nur ein Drittel erhält die lebenserhaltende Therapie. Hohe Medikamentenpreise, aber auch Infrastrukturprobleme, Stigmata und ungenügende Aufklärung verhindern ein erfolgreiches Zurückdrängen der Pandemie.

Die Medikamentenkampagne setzt sich für weitere Preissenkungen der antiretroviralen Medikamente ein. Für neue Medikamente mit weniger Nebenwirkungen gibt es bisher noch nicht genügend Wettbewerb durch Nachahmerpräparate, der die Preise senken könnte. Gleiches gilt für Medikamente der zweiten Behandlungslinie, also für diejenigen Arzneimittel, die eingesetzt werden, wenn Patienten gegen die Ersttherapie Resistenzen entwickelt haben. Diese Medikamente werden in ein paar Jahren umfassend gebraucht, damit die bisher erfolgreich behandelten Patienten ihre Therapie auch fortsetzen können. Daher muss bereits jetzt diese Behandlung bezahlbar gemacht und Zugang dazu geschaffen werden. Das ist ein Schwerpunkt der Medikamentenkampagne für die nächsten Jahre.

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