Bangladesch

Hilfe nach dem Zyklon - Unterstützung erreicht inzwischen auch abgelegene Gebiete

Teams von Ärzte ohne Grenzen unterstützen weiterhin die vom Zyklon betroffene Bevölkerung in Bangladesch. Inzwischen hat sich die allgemeine Situation verbessert, und die meisten Betroffenen haben bereits Hilfe erhalten.

Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen arbeiten in Mathbaria, im Süden des Bezirks Pirojpur, wo sie täglich mehr als 300 Konsultationen durchführen. In den Städten Sapelzhat (45.000 Einwohner) und Betemore (28.000 Einwohner) hat Ärzte ohne Grenzen zwei Gesundheitszentren eingerichtet. Zwei Teams der Organisation sind in den am meisten betroffenen Gegenden unterwegs und betreuen dort wöchentlich Menschen an durchschnittlich fünf Orten.

Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich auf die am stärksten gefährdeten Gruppen unter den Betroffenen - die meisten Patienten sind Kinder unter fünf Jahren. Beim Großteil der Behandlungen geht es um Durchfallerkrankungen, Erkältungen, Haut- und Augeninfektionen und entzündete Schnittwunden.

"Viele Menschen kommen in unsere Kliniken, weil sie Schwierigkeiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung haben", erklärt der Arzt Pete Reynaud in Mathbaria. "Aber es gab hier schon viele Fortschritte, und die Bevölkerung scheint mit der Situation klarzukommen. An den meisten Orten wurde die Elektrizität wiederhergestellt, die Menschen beginnen, ihre Häuser wiederaufzubauen und helfen dabei, die Trinkwasserdepots zu säubern", so Reynaud.

Ärzte ohne Grenzen hat die Wasser- und Sanitärarbeiten in Mathbaria verstärkt, weil die Benutzung der durch den Zyklon verschmutzen Trinkwasserdepots zu vielen Erkrankungen führt. Unter anderem werden Wasserquellen gereinigt, Filter repariert und Rohre verlegt. Zudem verteilen die Mitarbeiter Wasserreinigungstabletten.

Auch an der Küste im Bezirk Patuakhali werden Wasser- und Sanitärarbeiten durchgeführt. In Galachipa werden ebenfalls Rohre repariert oder ersetzt.

Die Teams verteilen insgesamt fast 4.000 Kits mit Decken, Wasserkanistern und Kleidung per Boot an die Bevölkerung verteilt - diese Aktion wird zurzeit zu Ende geführt.

"Langsam geht die akute Notfalllage zu Ende, und die Gebiete, in denen Menschen noch keine Hilfe erhalten haben, verkleinern sich. Jetzt kommen Organisationen, die auf Entwicklungshilfe spezialisiert sind. Ihre Arbeit konzentriert sich auf den Wiederaufbau, auf längerfristige Nahrungsmittel-, Wasser- und Sanitärprogramme", so Tony Marchant, Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Galachipa.