Pakistan

Hilfe für Überschwemmungsopfer in Belutschistan und Sindh geht weiter

Klinik von Ärzte ohne Grenzen im Vertriebenenlager von Dera Murad.

Auch drei Monate nach den schweren Überschwemmungen in Pakistan kümmern sich Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in den Regionen Belutschistan und Sindh noch immer um Überlebende der Flut. Seit Beginn des Nothilfeeinsatzes haben die Teams in fünf Krankenhäusern, sieben mobilen Kliniken und sechs Behandlungszentren für Durchfallerkrankte insgesamt rund 80.150 Konsultationen durchgeführt. Sie stellen täglich 1,8 Millionen Liter sauberes Wasser zur Verfügung, haben 843 Latrinen gebaut sowie mehr als 64.800 Nothilfe-Pakete und 16.300 Zelte verteilt. Für den Einsatz nach den Fluten wurden bis zum ersten August sieben Millionen Euro ausgegeben. Das diesjährige Budget für die regulären Programme von Ärzte ohne Grenzen im Land liegt bei 10,9 Millionen Euro.

Allein in den Vertriebenenlagern Dera Murad und Dera Allah Yar im Distrikt Belutschistan stellt ein Team täglich 681.000 Liter Trinkwasser bereit. Die Mitarbeiter haben außerdem in den umgebenden Dörfern Handpumpen repariert, damit zurückkehrende Familien Zugang zu sauberem Wasser haben. In Sindh, im Süden des Landes, werden in Lagern in den Orten Jamshoro, Kotri, Johi und Dadu täglich rund 800.000 Liter Wasser bereit- und so mindestens 10 Liter Wasser pro Person sichergestellt. In umliegenden Dörfern wurden mehr als 100 Handpumpen installiert.

Sowohl in Belutschistan als auch in Sindh hat Ärzte ohne Grenzen stationäre und ambulante Ernährungsprogramme. Von Anfang September bis Ende Oktober behandelten die Mitarbeiter in Belutschistan 104 schwer mangelernährte und 2.794 moderat mangelernährte Kinder. In Sindh sahen die medizinischen Teams 12.982 Kinder, von denen 575 schwer mangelernährt waren. Die schwer mangelernährten Kinder erhalten eine wöchentliche Ration nährstoffreicher Fertignahrung. Für die Kinder, die die Nahrungsaufnahme verweigern oder schlicht nicht an Gewicht gewinnen wurde im Lager Shabaz im Ort Jamshoro eine Tageseinrichtung eingerichtet.

Überlebende erhalten auch psychologische Hilfe

Die meisten der von Ärzte ohne Grenzen bislang Untersuchten litten unter Hautinfektionen, allgemeinen Schmerzen, Durchfall und Atemwegserkrankungen. Die Mitarbeiter bieten auch psychologische Hilfe an. In Jamshoro und Sehwan haben bislang mehr als 3.500 Menschen an Einzel- und Gruppengesprächen teilgenommen.

Vertriebenen, die in ihre Dörfer zwischen Jamshoro und Manzoorabad zurückkehren, stellen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen Material zum Wiederaufbau bereit und geben praktische Hilfestellung. Bislang haben sie 122 Sets für den Aufbau vorübergehender Unterkünfte verteilt. Geplant ist es, 2.000 auszugeben.

Bei einer Erkundung in Karachi (Sindh) fanden Teams mindestens 30.000 Menschen, die nach den Überschwemmungen in Lagern leben und noch Hilfe brauchen. Ärzte ohne Grenzen hat daher in Karachi ein neues Projekt begonnen. Seit dem 13. November unterstützen mobile medizinische Teams die Gemeinden Gulshan-e-Iqbal und Gadap. Die Mitarbeiter werden außerdem mindestens 1.500 Kits mit Hilfsgütern und 1.000 Zelte verteilen sowie sich um Wasser- und Sanitäreinrichtungen kümmern. Erreicht werden sollen 20.000 Menschen.