Hilfe für obdachlose Menschen angesichts extremer Kälte

Anfang Februar erreichte schlechtes Wetter mit eiskalten Temperaturen Griechenland. Die Athener Stadtverwaltung eröffnete daher am 1. Februar temporäre Notunterkünfte für obdachlose Menschen. In Anbetracht dieses Notlage setzte Ärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit dem "Hospitality and Solidarity"-Zentrum der Stadtverwaltung Athen eine Notfallintervention in Gang, die am 19. Februar endete.

Die Teams der Organisation, bestehend aus Ärzten, Krankenschwestern, Sozialarbeitern und Logistikern, besuchten sämtliche Unterkünfte, um medizinische Screenings zu machen und die Obdachlosen zu behandeln sowie ihre Überweisung in das nationale Gesundheitssystem zu unterstützen. Zudem sollten sie bei Versorgungslücken mit Material und Hygieneartikeln einspringen.

Große Bedenken wegen Situation Obdachloser

Die Teams waren nachmittags in den Notunterkünften und haben vor Ort 245 Menschen medizinisch versorgt. Mehr als die Hälfte der Patienten war nicht aus Griechenland, davon war ein großer Teil aus Nordafrika. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen behandelten unter anderem Atemwegsinfektionen, Gelenk- und Gliederschmerzen, Magen-Darmstörungen und Hautkrankheiten, die auf das schlechte Wetter und die problematischen Lebensbedingungen zurückzuführen waren. Außerdem wurden Patienten mit nicht übertragbaren Krankheiten wie Diabetes und Herzproblemen zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser überwiesen.

Die Mitarbeiter machten auch einen Mangel an Decken, Kleidung, Hygieneutensilien und heißem Wasser aus. Obwohl das Problem in der griechischen Gesellschaft Thema ist, fehlte den Behörden ein Koordinierungsmechanismus. Es bleiben große Bedenken wegen der generellen Situation obdachloser Menschen in Bezug auf die Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen. Die meisten haben keine Krankenversicherung, zudem ist die Unterbringungsfrage unklar, denn die Nothilfe-Einrichtungen werden bald schließen.

Im Jahr 2011 wurden 54.974 nicht registrierte Migranten und Asylsuchende festgenommen, weil sie ohne Papiere die Grenze zur griechischen Region Evros überquert haben. Im Laufe des Jahres 2011 versorgten die Teams von Ärzte ohne Grenzen mehr als 2.600 Migranten in den Polizeigrenzstationen und den Auffanglagern in Filakio, Soufli, Tychero, Feres und Venna medizinisch. Die Mehrzahl von ihnen litt an Atemwegs-Erkrankungen, Magen-Darm-Störungen und Hautinfektionen, die auf die schlechten Lebensbedingungen in den überfüllten Lagern zurückzuführen waren. 16 Migranten litten an Erfrierungen - Ärzte ohne Grenzen leistete Erste Hilfe. Einige der Menschen waren in einem kritischen Zustand und wurden in ein Krankenhaus überwiesen. Die Organisation verteilte mehr als 12.300 Schlafsäcke, 18.900 Paar Socken, 5.900 Paar Handschuhe und Mützen sowie 18.400 Hygiene-Pakete.