Haiti

Haiti: Wettlauf gegen die Zeit

Haiti: Wettlauf gegen die Zeit
Die Situation in Port-au-Prince fünf Tage nach dem Erdbeben ist weiterhin verheerend. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen behandeln so viele Patienten wie nur möglich. Aber der Bedarf ist riesig und es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Hunderttausende Menschen haben kein Dach mehr über dem Kopf und verbringen Tag und Nacht im Champ de Mars, dem großen Park vor dem Nationalpalast. Selbst das Nötigste fehlt und Hygiene ist ein massives Problem.

Viele Verletzte in Port-au-Prince sind noch immer unversorgt, und die infizierten Wunden müssen dringend behandelt werden.

Vor dem zerstörten Trinité-Krankenhaus haben Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen Behandlungszelte errichtet. Tausende Verletzte wurden mittlerweile von Ärzte ohne Grenzen behandelt.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen helfen unter anderem chirurgisch.

Das Krankenhaus im Stadtteil Carrefour ist wieder nutzbar.

Allein in den ersten 24 Stunden führte ein chirurgisches Team von Ärzte ohne Grenzen hier 90 Operationen durch.

Hélène Rémy, eine 31jährige Krankenschwester, und ihr Ehemann Jonas François erlitten während des Erdbebens Verbrennungen durch eine Explosion. Noch in derselben Nacht wurden sie in die Martissant-Klinik gebracht und ihre Verletzungen versorgt.

Hunderte Patienten wurden ins Krankenhaus Choscol im Distrikt Cité Soleil überwiesen, dort werden sie jetzt von Ärzte ohne Grenzen versorgt - zwei Operationssäle sind inzwischen wieder funktionstüchtig.

Dort haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen seit Freitag früh rund um die Uhr operiert. Priorität haben die Versorgung Schwerverletzter und Amputationen.

In einem etwas ruhigeren Winkel des Krankenhauses muss sich die kleine Patientin von der Operation erholen.

Auch komplizierte Kaiserschnitte gehören zu den chirurgischen Prioritäten. Dieses Kind wurde am Samstag im Choscal Krankenhaus zur Welt gebracht.

Erfahrene Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sagen, dass sie noch nie so viele schwere Verletzungen auf einmal gesehen haben. Der dringend erwartete zweite Teil eines aufblasbaren Krankenhauses mit zwei Operationssälen trifft heute in Port-au-Prince ein. Die Arbeit am Aufbau hat bereits begonnen.

18.01.2010