Simbabwe

Gesundheitskrise verschärft sich - Ärzte ohne Grenzen behandelt 29.000 Menschen mit HIV/Aids

Ein Paar wird auf HIV getestet.

Ungebremste Arbeitslosigkeit, empor schnellende Inflation, Nahrungsmittelknappheit und politische Instabilität setzen Simbabwe weiterhin zu. Bei einer Gesamtbevölkerung von 12 Millionen Menschen haben geschätzte drei Millionen innerhalb der letzten Jahre das Land verlassen und sind in Nachbarländer geflüchtet.

Das nationale Gesundheitssystem, das einst als eines der stärksten im südlichen Afrika galt, droht unter dem Gewicht dieser politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusammenzubrechen. Besonders dramatisch erscheint dies für die etwa 1,8 Millionen Simbabwer, die mit HIV/Aids leben.

Zurzeit erhalten weniger als ein Viertel derjenigen, die dringend antiretrovirale Medikamente benötigen, diese lebensverlängernden Arzneimittel. Das führt zu durchschnittlich 3.000 Todesfällen pro Woche. Die Aussichten auf eine Ausweitung des nationalen Aids-Programms sind schlecht: Ausgebildete medizinische Fachkräfte verlassen das Land, das Regierungsprogramm zur Behandlung von HIV/Aids ist überlastet und der Mangel an Nachschub von antiretroviralen Medikamenten verhindert die Behandlung von mehr Menschen. Außerdem stellen hohe Benzin- und Transportkosten für viele Patienten ein Hindernis dar, Krankenhäuser oder Kliniken zu erreichen.

Hilfe für 29.000 Menschen

Ärzte ohne Grenzen leistet in Programmen in Bulawayo, Tsholotsho, Buhera, Epworth und Gweru kostenlose medizinische Hilfe für ungefähr 29.000 Menschen, die mit HIV/Aids leben. 16.900 von ihnen erhalten eine antiretrovirale Behandlung. Ärzte ohne Grenzen kann derzeit nicht mehr Menschen helfen, da es an ausgebildetem Gesundheitspersonal mangelt. Zudem gibt es Einschränkungen bei der Verschreibung von antiretroviralen Medikamenten sowie strikte administrative Vorgaben für internationale Mitarbeiter, die in Simbabwe arbeiten.

Zusätzlich leidet die simbabwische Bevölkerung an den Folgen heruntergekommener oder nicht vorhandener Wasser- und sanitärer Versorgungssysteme. In den vergangenen Wochen reagierte Ärzte ohne Grenzen auf Cholera-Fälle in Mudzi, wo bisher ca. 250 Patienten behandelt wurden. In Kariba hat die Organisation medizinisches Material bereitgestellt und Trainings für lokales Gesundheitspersonal durchgeführt, um gegen einen Cholera-Ausbruch vorzugehen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2000 in Simbabwe und ist derzeit mit fast 400 Mitarbeitern vor Ort.