Guinea

Fragen und Antworten zum Ebola-Ausbruch

Ärzte ohne Grenzen ist bereits seit rund zwei Wochen im Südosten Guineas aktiv. In Guéckédou haben die Mitarbeiter eine Isolierstation eingerichtet. In Macenta musste die Arbeit leider nach einem Vorfall ausgesetzt werden. Im Donka-Krankenhaus in Conakry haben die guineischen Gesundheitsbehörden, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Ärzte ohne Grenzen die Station verstärkt, auf der Ebola-Kranke isoliert werden. Die Teams sind außerdem auf der Suche nach einem geeigneten Ort, um eine neue Station einzurichten. Außerdem ist Ärzte ohne Grenzen weiter damit beschäftigt, Menschen ausfindig zu machen, die Kontakt mit Ebola-Patienten hatten. Gleichzeitig konnten erste Ebola-Patienten gesund entlassen werden.

Wie viele Patienten sind bislang betroffen?

Bis zum 7. April haben die guineischen Gesundheitsbehörden 151 Verdachts- und 95 Todesfälle registriert. Inzwischen gibt es auch einzelne Fälle in den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia.

Wie viele von diesen 151 Fällen behandelt Ärzte ohne Grenzen?

Das ändert sich von Tag zu Tag. Zuletzt wurden 17 Patienten auf Isolierstationen behandelt. (Acht in der Hauptstadt Conakry, sieben in Guéckedou im Süden des Landes und zwei in Macenta, das ebenfalls im Südosten Guineas liegt.) Angesichts der Sterblichkeitsrate des Virus-Stammes, der dort vorgefunden wird, muss man davon ausgehen, dass eine nicht unerhebliche Zahl an registrierten Erkrankten mittlerweile gestorben ist.

Warum spricht Ärzte ohne Grenzen bei dem Ebola-Ausbruch in Guinea von einem vorher nie dagewesenen Ausmaß?

Das, was diesen Fall so einzigartig macht, ist die geographische Verteilung der Erkrankungen. Die Zahl der Ebola-Fälle war bei anderen Ausbrüchen höher.

Kann man bei der Ebola-Epidemie von einem regionalen Ausbruch sprechen?

Die Fälle, die in den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia registriert wurden, hatten ihren Ursprung in Guinea. Ärzte ohne Grenzen wird die Entwicklung weiter beobachten. Bislang können wir aber nicht gesichert sagen, dass es sich bei der Ebola-Epidemie in Guinea um einen rein regionalen Ausbruch handelt.

Was unternimmt Ärzte ohne Grenzen in Guinea?

Zurzeit sind 60 internationale Helfer im Land (Stand: 7. April), die sich speziell um die Eindämmung des Virus kümmern. Darunter sind Ärzte, Krankenpfleger, Epidemiologen, Experten für Hygiene und Wasserversorgung sowie Anthropologen. 40 Tonnen Ausrüstung sind ins Land gebracht worden.

Die Teams tun alles ihnen Mögliche, um die Epidemie unter Kontrolle zu bringen. Sie bemühen sich, Infizierte ausfindig zu machen, um diese zu isolieren. Und obwohl es keine spezielle Therapie gegen Ebola gibt, können wir doch etwas gegen die hohe Sterblichkeit tun, indem wir die Symptome behandeln. Beispielsweise kommen die Patienten an den Tropf, wenn sie wegen Durchfalls dehydriert sind.

Reagiert Ärzte ohne Grenzen auch auf Ebola in den Nachbarländern?

In Liberia sind bislang zwei Fälle bestätigt. Ärzte ohne Grenzen hat einen Ebola-Spezialisten ins Land geschickt und plant weitere medizinische Mitarbeiter zu schicken. Die Organisation unterstützt die liberianischen Gesundheitsbehörden außerdem mit Material. In Sierra Leone ist bisher kein Ebola-Fall bestätigt. Ärzte ohne Grenzen betreibt dort reguläre medizinische Projekte und beobachtet die Situation genau.

Welche Bedrohung geht von Ebola aus?

Das Ebola-Virus wird nicht über die Luft übertragen, deswegen besteht kein Grund zu übertriebener Panik. Um sich anzustecken, muss man mit infizierten Menschen oder Tieren in Kontakt gekommen sein. Das ist der Grund, warum sich vor allem Familienmitglieder anstecken, sowie medizinisches Personal und die Gäste von Beerdigungen (wenn es Sitte ist, den Verstorbenen zu waschen).