Libanon

"Es gibt keinen Grund, sich zu schämen." Eine Patientin beschreibt, wie psychologische Hilfe ihr Leben verändert

Salwa ist Libanesin und ist mit einem Palästinenser verheiratet. Sie haben vier Kinder. Salwa wurde im Gesundheitszentrum für psychische Erkrankungen von Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen behandelt. Jahrelang litt sie an unerklärlichen körperlichen Schmerzen, chronischer Müdigkeit und Panikattacken, so dass sie kein normales Leben mehr führen konnte.

„Vor ein paar Monaten hat eine gute Freundin mir geraten, mich an das Zentrum von Ärzte ohne Grenzen zu wenden. Ich ging dorthin, weil ich gehört hatte, dass dort kostenlos psychologische Hilfe angeboten wird. Ich habe doch kein Geld. Nach jeder einzelnen Sitzung ging es mir etwas besser. Ich fing sogar an, mich an den sozialen Aktivitäten im Zentrum zu beteiligen und lernte dabei andere Frauen mit ähnlichen Problemen kennen. Ich fühlte mich mit meinen Problemen nicht mehr so alleine und begann, mich besser zu fühlen.

Mein Leben hat eine ganz neue Wendung genommen. Heute kann ich über meine psychischen Probleme sprechen und diese akzeptieren. Ich habe keine Angst mehr davor, was andere über mich denken. Früher hatte ich Angst, dass andere mich als „verrückt“ oder „überspannt“ bezeichnen.

Jetzt bin ich einfach froh darüber, dass ich Menschen habe, mit denen ich reden kann und die mir geholfen haben, zum ersten Mal an mich selbst zu glauben. Ich habe wirklich angefangen, das Leben zu lieben, das Glas als halbvoll und nicht als halbleer zu betrachten. Ich ermutige auch andere in meiner Gemeinschaft, hierher zu kommen, wenn sie das Bedürfnis dazu empfinden. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen. Mein Leben hat sich wirklich verändert.“