Einlieferung Verletzter in Gaza führt zu Überlastung der Krankenhäuser

Nach den Kämpfen im Gazastreifen leisten Teams von Ärzte ohne Grenzen Unterstützung für überlastete Krankenhäuser. Zwei Kliniken wurden bereits mit Medikamenten und medizinischem Material versorgt. Darüber hinaus versuchen die Mitarbeiter, Menschen zu behandeln, die bei den Angriffen verletzt wurden.

Seit Samstag, den 27. Dezember, sind im Gazastreifen schätzungsweise 300 Menschen durch Luftangriffe getötet und mehr als Tausend verletzt worden, darunter viele Zivilisten. Ärzte ohne Grenzen begann noch am Samstag damit, die Situation in den wichtigsten medizinischen Einrichtungen zu evaluieren, vor allem im Kemal Edwan-Krankenhaus und im Shifa-Krankenhaus. Letzteres ist das wichtigste Referenzkrankenhaus der Region und war nur unzureichend mit medizinischem Material ausgestattet. Am Wochenende stellte Ärzte ohne Grenzen deshalb entsprechende Hilfsgüter bereit, insbesondere Verbände, antiseptische Mittel und Antibiotika zur Behandlung von Verletzungen und Verbrennungen. Die Materialien stammen aus einem Lager der Organisation in Gaza.

Medizinisches Personal ist überlastet

Sowohl im Kemal Edwan- als auch im Shifa-Krankenhaus ist das medizinische Personal durch die Einlieferung von Verletzten überlastet. Zudem fehlt es an Platz, um die vielen Patienten zu behandeln. Am 28. Dezember konnten sich die Teams von Ärzte ohne Grenzen aufgrund der Lage im Gazastreifen nicht fortbewegen. Heute jedoch konnten einheimische Mitarbeiter der Organisation das Gesundheitszentrum von Ärzte ohne Grenzen in Gaza-Stadt erreichen. Sie versuchen, Verwundete zu behandeln, um die Krankenhäuser zu entlasten. Es ist jedoch ungewiss, ob es ihnen angesichts der gegenwärtigen Bombardierung des Stadtzentrums tatsächlich gelingen wird, den Menschen zu helfen. Auch die Kinderklinik der Organisation in der Nähe des Kemal Edwan-Krankenhauses konnten sie noch nicht erreichen.

Hilfe im Shifa-Krankenhaus

Ein Team aus drei Ärzten und Pflegekräften arbeitet im Shifa-Krankenhaus und hilft bei der Beurteilung der Verletzten. Wenn es die Sicherheitslage zulässt, werden die Patienten im Krankenwagen der Organisation in das Gesundheitszentrum von Ärzte ohne Grenzen gebracht. Darüber hinaus werden die Bedürfnisse weiterhin evaluiert und die Aktivitäten entsprechend angepasst.

Seit Juli 2007 bietet Ärzte ohne Grenzen postoperative Hilfe und Physiotherapie für die Menschen an, die bei den Kämpfen im Gazastreifen verletzt werden. Im März 2008 wurde eine Kinderklinik für Kinder unter zwölf Jahren in Gaza eröffnet. Sowohl in Gaza als auch in Nablus im Westjordanland leistet Ärzte ohne Grenzen psychologische, medizinische und psychosoziale Hilfe für Familien, die von der Gewalt betroffen sind. Darüber hinaus unterhält die Organisation ein psychologisches Programm in Hebron. Im Westjordanland ist Ärzte ohne Grenzen bereits seit 1989 tätig.