Niger

Ein Tag mit den Meningitis-Impfteams

Ein Tag mit den Meningitis-Impfteams in Niger
Im schlimmsten Meningitis-Ausbruch Westafrikas seit langer Zeit haben Teams von Ärzte ohne Grenzen in den vergangenen vier Monaten in Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsministerien etwa 7,5 Millionen Menschen geimpft und viele infizierte Patienten behandelt.

Eines der betroffenen Länder ist Niger. Der Logistiker Alexis Moens berichtet nach seiner Rückkehr von dem Großeinsatz.

Unser Logistikteam fängt um 4:30 Uhr an und bereitet die Impfstoffbehälter für die Impfteams vor.

Zwischen zehn und 22 Teams nehmen die Impfungen vor. Jedes Team hat sein eigenes Fahrzeug und seinen eigenen Supervisor. Außerdem gibt es noch ein Spezialistenteam, das die Impfteams koordiniert.

Um sechs Uhr morgens machen sich die Teams fertig ausgerüstet auf den Weg. Sie fahren zu ihren Impfstationen, manchmal bis zu einer Stunde entfernt.

Dort angekommen bereiten sie alles vor, damit um sieben Uhr mit dem Impfen begonnen werden kann.

Wir impfen alle Menschen zwischen zwei und 30 Jahren.

Ein Team schafft ungefähr 2.200 bis 2.800 Impfungen am Tag.

Menschen aus den Dörfern helfen uns. Sie laufen durch die Siedlungen und die umliegenden Orte und rufen die Leute auf, zu uns zu kommen.

Einige Mitarbeiter sind für die Sicherheit vor Ort zuständig. Zusätzlich ist jemand dafür verantwortlich, die Gesamtzahl der Geimpften zu registrieren.

Der Impfstoff muss immer bei zwei bis acht Grad Celsius gelagert werden. Er darf nicht eingefroren werden, und die Temperatur darf nicht höher sein, sonst wird er unbrauchbar. Man braucht also immer eine funktionierende Kühlkette.

Wenn man allerdings Kühltruhen hat, die nur bei Außentemperaturen von unter 43 Grad funktionieren, und es in den Räumen manchmal 47 Grad warm ist, wird es schwierig, genug Kälte zu erzeugen. In den heißen Ländern der Sahelzone wie Niger ist das ein echtes Problem.

Zusätzlich zu den Impfteams haben wir natürlich auch Ärzte, die sich um die Patienten kümmern, die an Meningitis erkrankt sind.

Die Teams arbeiten ungefähr bis vier oder fünf Uhr am Nachmittag. Dann fahren sie zurück zur Basis. Dort geht es weiter mit dem Auffüllen der Vorräte für den kommenden Tag.