Demokratische Republik Kongo

Die Zahl der Ebola-Patienten geht zurück

Ein Patient mit Verdacht auf Ebola wird versorgt

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo scheint annähernd unter Kontrolle zu sein. In die Isolierstation von Ärzte ohne Grenzen in Kampungu werden immer weniger Patienten mit dem hämorrhagischen Fieber eingeliefert. In der vergangenen Woche wurden drei Patienten aufgenommen. Seit Anfang September behandelte das Notfallteam in Kampungu insgesamt 32 Ebola-Patienten. Der Ort mit 9.000 Einwohnern in der Provinz West Kasai ist das Epizentrum des Ausbruchs, den das Gesundheitsministerium des Landes am 10. September offiziell bestätigt hatte.

"Dass in der vergangenen Woche nur drei Patienten mit Ebola aufgenommen wurden, zeigt, dass wir den Ausbruch fast unter Kontrolle haben", sagte Michel Van Herp, Epidemiologe bei Ärzte ohne Grenzen. "Wachsamkeit ist jedoch wichtig, denn das Virus kursiert noch in einigen der umliegenden Dörfer. Außerdem liegt die Inkubationszeit bei Ebola bei bis zu 21 Tagen, so dass es Infizierte geben kann, die noch keine Symptome entwickelt haben."

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seit Anfang Mai insgesamt 384 Ebola-Verdachtsfälle gemeldet, 176 Menschen starben demnach. Von 53 Blutproben wurden 24 positiv auf das Virus getestet. In der betroffenen Region der Provinz West Kasai grassieren aber auch andere Krankheiten, wie Malaria, Thypus und die Durchfallerkrankung Shigellenruhr, deren Symptome denen von Ebola im ersten Stadium gleichen. Daher kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob die genannten 176 Patienten tatsächlich an den Folgen der Viruserkrankung gestorben sind.

Ebola ist eine sehr ansteckende Krankheit. Die Patienten haben hohes Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und in einigen Fällen äußere Blutungen. Innerhalb von zwei bis drei Tagen kommt es ohne Behandlung zum Tod durch Dehydrierung. Gegen die Krankheit existieren weder Impfstoffe noch heilende Medikamente. Deshalb werden die Patienten zunächst isoliert, um Ansteckungen zu vermeiden. Danach werden die Symptome behandelt und Schmerzen gelindert.

Das erste Team von Ärzte ohne Grenzen erreichte Kampungu am 2. September. 17 internationale Spezialisten und 50 kongolesische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben je eine Isolierstation in Kampungu und Luebo aufgebaut. Das Team arbeitet Seite an Seite mit den kongolesischen Behörden, der WHO und anderen Organisationen. Die Helfer isolieren die Erkrankten und versorgen sie mit Antibiotika und Infusionen, um gegen die Dehydrierung anzukämpfen. Um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, werden Menschen identifiziert, die mit Patienten in Kontakt waren. Täglich werden außerdem rund 20 Dörfer im Umkreis von 30 Kilometern von Kampungu besucht. Medizinisches Personal und Gemeindearbeiter wurden im Umgang mit der Krankheit geschult sowie Medikamente und Schutzmaterialien, wie Handschuhe, Stiefel und Schutzbrillen verteilt.

Einige sehr abgelegene Dörfer wie Tchitala und Kalombayi, in denen es Verdachtsfälle von Ebola gibt, sind jedoch schwer zu erreichen. Logistiker von Ärzte ohne Grenzen helfen der Bevölkerung dabei, Wege und Brücken in Stand zu setzen, um Patienten mit dem Verdacht auf Ebola möglichst schnell in die Isolierstationen zu bringen.