Elfenbeinküste

Alarmierend viele Verwundete im Westen des Landes

Die Lage im Westen der Elfenbeinküste bleibt extrem angespannt und gewalttätig, obwohl die schlimmsten Kämpfe in dem Gebiet seit dem 31. März vorbei sind. In den Städten Danané, Man und Bangolo sind viele Verwundete mit Schussverletzungen oder Verletzungen durch Machetenhiebe in die Krankenhäuser eingeliefert worden. In Bangolo arbeitet ein Operationsteam von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus.

"Die Zahl der Verletzten, die immer noch zu uns kommen, ist äußerst beunruhigend und zeigt deutlich, dass in der Gegend weiterhin Gewalt vorherrscht", sagt Renzo Fricke, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen sind extrem hoch."

Am 1. April wurden zehn Personen mit so schweren Verletzungen ins Krankenhaus von Bangolo eingeliefert, dass sie operiert werden mussten. Zehn davon warteten am darauffolgenden Tag noch auf ihre Operation.

Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist bedroht, weil die Gewalt und die andauernden Spannungen tausende Menschen in weiten Gebieten im Westen der Elfenbeinküste zur Flucht gezwungen haben. Sehr viele sind etwa aus der Stadt Blolequin nach Zouian-Hounien geflohen.

Auf dem Gelände der katholischen Missionsstation in der Stadt Duékoué harren derweil weiterhin mehr als 15.000 Vertriebene aus. "Diese Menschen sind völlig eingeschüchtert und es fehlt ihnen an allem, auch an Nahrungsmitteln", sagt Fricke. Sie fürchten um ihr Leben, wenn sie die Missionsstation verlassen, um nach etwas Essbarem zu suchen."

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen, die auf dem Gelände arbeiten, haben seit dem 29. März 240 Verwundete behandelt. 14 von ihnen, die operiert werden mussten, haben sie ins Krankenhaus nach Bangolo überwiesen.

Ärzte ohne Grenzen ist zusammen mit dem Roten Kreuz die einzige internationale Organisation, die im Westen der Elfenbeinküste Verwundete versorgt, medizinische Notfälle behandelt und Vertriebenen hilft, die von Gewalt betroffen sind.

Das Team von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus in Bangolo hat seit Ende März 121 Verwundete behandelt. Außerdem wurden 45 Personen im Krankenhaus der Stadt Man und 29 im Krankenhaus Danané notbehandelt. In Danané hat Ärzte ohne Grenzen auch medizinisches Material und Medikamente abgegeben, um das Krankenhaus dabei zu unterstützen, die zahlreichen Verwundeten zu behandeln. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen, die in mobilen Kliniken und Gesundheitszentren im Westen im Einsatz sind, behandeln mehr als 500 Patienten am Tag.

In der Hauptstadt gehen die Medikamente aus

In Abidjan ist es für die Menschen enorm schwierig, inmitten der Kampfhandlungen Zugang zu einer medizinischen Behandlung zu erhalten. Das Team von Ärzte ohne Grenzen in der Gegend von Abobo behandelt weiterhin jene Menschen, die es bis zu diesem Krankenhaus geschafft haben. Am 1. April wurden 37 Verletzte behandelt, darunter befanden sich 30 Menschen mit Schussverletzungen. 15 Verwundete kamen am Samstag in das von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Krankenhaus in der Hauptstadt Yamoussoukro.

Den medizinischen Einrichtungen im ganzen Land gehen die Medikamente aus, und sie benötigen zudem medizinisches Material und Ausrüstungen. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen liefern Material, wann immer es die Sicherheitsbedingungen erlauben. Der Bedarf ist enorm, und Ärzte ohne Grenzen sorgt sich sehr um jene Menschen, die keine medizinische Behandlung erhalten können.

Ärzte ohne Grenzen ist eine unparteiische medizinische Hilfsorganisation und verhält sich bei seinen Einsätzen strikt neutral. Die Hilfe in der Elfenbeinküste wird ausschließlich aus privaten Spenden finanziert, wodurch die völlige Unabhängigkeit gewährleistet wird.