Indonesien

Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen einen Monat nach dem Erdbeben

Eine Psychologin von Ärzte ohne Grenzen spricht mit einem Überlebenden des Erdbebens bei Padang Alei.

Vor nahezu einem Monat hat ein Erdbeben der Richterskala 7,6 die indonesische Insel Sumatra erschüttert. Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich auf die am schwersten betroffenen Dörfer nahe der Städte Padang und Pariaman. Mobile Teams leisten psychologische Hilfe für die Überlebenden. Außerdem überwachen die Mitarbeiter den möglichen Ausbruch von Epidemien, verteilen Gebrauchsgegenstände und kümmern sich um die Wasser- und Sanitärversorgung.

Ärzte ohne Grenzen leistet psychologische Hilfe für diejenigen, die durch das Erdbeben traumatisiert sind. Mitarbeiter machen Einzel- aber auch Gruppensitzungen für Erwachsene und Kinder, die mehr Unterstützung benötigen. Sie organisieren auch Gemeindeaktivitäten speziell für Kinder – Sport als Therapie und zur Entspannung. Darüber hinaus trainieren die Mitarbeiter psychologische Mitarbeiter vom Gesundheitsministerium.

“Ich habe mir große Sorgen gemacht und in den ersten beiden Wochen nach dem Erdbeben schlecht geschlafen. Aufgrund der psychologischen Behandlung von Ärzte ohne Grenzen geht es mir allmählich besser“, sagt die 29 Jahre alte Novaldi, die in dem Dorf Lubuk Laweh in der Nähe von Pariaman wohnt und sechs Familienmitglieder durch das Erdbeben verloren hat.

Mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen leisten in und um Pariaman nicht nur psychologische sondern auch medizinische Hilfe. Die Menschen bekommen in dieser Region ansonsten nur wenig Unterstützung. Einige Dörfer sind noch immer durch Erdrutsche abgeschnitten und Ärzte ohne Grenzen kann sie nur zu Fuß oder mit Motorrädern erreichen. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben seit dem Erdbeben mehr als 1.000 Behandlungen durchgeführt.

Auf der anderen Seite war Ärzte ohne Grenzen in der Lage, die mobilen Aktivitäten in dem Ort Painam südlich von Padang zu beenden, da die medizinischen Bedürfnisse, die durch das Erdbeben entstanden sind, gedeckt sind. „In einer Notsituation müssen wir flexibel sein – wir müssen unsere Strategie den Bedürfnissen der Bevölkerung anpassen“, sagt Elisabetta Maria Faga, Nothilfekoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Padang.

Im Moment hat Ärzte ohne Grenzen mehrere mobile Teams in die Dörfer in der Nähe von Padang und Pariaman geschickt, um eine Impfkampagne zu verfolgen, die von den lokalen Behörden ausgeführt und von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt wird. Die Teams untersuchen, ob eine Unterstützung seitens Ärzte ohne Grenzen notwendig ist. Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich darüber hinaus auf die epidemiologische Überwachung und beobachtet die Zahl der Fälle von Infektionskrankheiten, einschließlich Masern und Tetanus.

“Auch wenn die lokalen Behörden viel tun, sind die Bedürfnisse der Bevölkerung noch immer groß”, sagt Loreto Barcelo, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Pariaman. Die Organisation verteilt derzeit Gebrauchsgegenstände wie Planen, Decken, Matten, Hygienekits, Kochgegenstände und Werkzeug. Ärzte ohne Grenzen plant diese bis Mitte November an 16.000 Familien in den Städten Pariaman und Pesisir Selatan in der Nähe von Padang und an 10.000 Familien in den Dörfern in der Nähe von Pariaman zu verteilen.

Ärzte ohne Grenzen kümmert sich um die Wasser- und Sanitärsituation in Padang und Pariaman und hat in dem Dorf Kampung Panas in der Nähe von Pariaman für 90 Familien ein Lager mit wasserdichten Unterkünften errichtet. Das Dorf war von einem Erdrutsch betroffen.

Ärzte ohne Grenzen hat mehr als 70 indonesische und internationale Mitarbeiter in Padang und Pariaman, unter anderem Ärzte, Krankenpfleger, Psychologen, Wasser- und Sanitärexperten sowie Logistiker.