Nepal

Aktivitäten nach Erdbeben gestartet

Nach dem Erdbeben in Nepal sind 61 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in dem Land im Einsatz, um die Lage zu evaluieren und  Hilfe zu leisten. Am Dienstag hat ein Team die Lage im beschädigten Distrikt-Krankenhaus in Gorkha evaluiert, dessen stationäre Abteilung zerstört wurde. Heute ist ein Lastwagen mit chirurgischem Notfallmaterial von Kathmandu in Richtung Ghorka aufgebrochen, da die Straße dorthin wieder geöffnet wurde. Ein Chirurgen-Team ist auf dem Weg nach Ghorka, um dort die Erdbeben-Hilfe zu starten und auf den chirurgischen Bedarf der Menschen in der Umgebung von Ghorka zu reagieren.

Am Dienstag hat ein Team das provisorisch errichtete Lager Tudikhel im Zentrum von Kathmandu evaluiert. Die Wasserversorgung und die sanitären Bedingungen sind besorgniserregend: Die Menschen haben nur eingeschränkt Zugang zu sauberem Trinkwasser und die öffentlichen Toiletten sind überschwemmt. Ein Ärzte-Team des Bir-Krankenhauses, das gegenüber vom Lager liegt, hat einen provisorischen Behandlungsbereich errichtet und deckt den grundlegenden medizinischen Bedarf ab. Viele Menschen in dem Lager sind aus Kathmandu und Umgebung, aber einige sind auch Gastarbeiter, die nicht mehr in ihren bisherigen provisorischen Unterkünften wohnen können. Außerdem sind auch Menschen im Lager untergebracht, die von außerhalb gekommen sind, nachdem ihre Dörfer vom Erdbeben zerstört wurden. Ärzte ohne Grenzen kümmert sich nun vordringlich um die Wasser- und Sanitärversorgung der Menschen.

Dialyse wird benötigt

Ein weiteres Team hat gestern den Bedarf in vier Krankenhäusern in Kathmandu mit einem Schwerpunkt auf Unfallchirurgie und Nephrologie evaluiert. Es geht dabei vor allem darum, die Kapazitäten der jeweiligen Kliniken zur Behandlung des so genannten Crush-Syndroms einschätzen zu können. Insgesamt sind diese Krankenhäuser überlastet, da sie mit einem Zustrom von Verletzten fertig werden müssen und gleichzeitig versuchen, die regulären Patienten mit chronischen Krankheiten etc. zu behandeln.
 
Die Uniklinik Kathmandu verzeichnet eine Zunahme an Patienten, die Dialyse benötigen – eher chronische Patienten als Erdbebenopfer, die am Crush-Syndrom leiden. Sie kommen aus anderen Krankenhäusern. Derzeit warten dort 200 Patienten, die eine Dialyse benötigen - acht Maschinen sind im Einsatz. Ärzte ohne Grenzen hat zwei Krankenhäuser mit Material zur Wundbehandlung beliefert und wird je nach Bedarf zusätzlich spezialisierte Krankenhäuser in Kathmandu mit entsprechendem Material unterstützen.

Latrinen fehlen

Ein weiteres Team ist am Dienstag in das provisorische Lager in Bhaktapur (40 Kilometer östlich von Kathmandu) zurückgekehrt, wo mehr als 1.500 Menschen untergebracht sind.  Die sanitäre Lage dort ist problematisch: Die Menschen sammeln das Regenwasser und haben keine Latrinen. Sie haben entweder ihr Zuhause verloren oder fürchten sich vor Nachbeben und wollen daher nicht nach Hause zurück. Das Team von Ärzte ohne Grenzen kümmert sich vordringlich um die Wasser- und Sanitärversorgung im Lager und hat Verbands- und Erste-Hilfe-Material an das Krankenhaus in Bhaktapur geliefert. Außerdem ist gestern ein weiteres Chirurgen-Team in Kathmandu angekommen. Es wird sobald wie möglich in einem temporären Krankenhaus arbeiten, das demnächst nach Kathmandu eingeflogen wird.
 

Für Interessenten an einer Mitarbeit im Erdbeben-Gebiet: Bitte beachten Sie unsere Hinweise.