Pakistan

Ärzte ohne Grenzen verurteilt Angriff auf Mitarbeiter von Impfkampagne und ruft zu Respekt vor medizinischen Einrichtungen auf

Aufgrund der Angriffe auf medizinisches Personal in Pakistan riskieren Patienten und Personal derzeit ihr Leben, wenn sie sich behandeln lassen oder medizinische Versorgung leisten. Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verurteilt die Angriffe auf das medizinische Personal und wiederholt die Forderung nach vollständigem Respekt vor medizinischen Einsätzen und die Sicherheit von Patienten, Gesundheitspersonal und medizinischen Einrichtungen zu gewährleisten - unabhängig davon, wer für die jüngste Eskalation der Gewalt gegen Gesundheitspersonal in Pakistan verantwortlich ist.

"Ein Krankenhaus oder eine Impfstation muss ein sicherer Ort sein, an dem Mediziner arbeiten und Patienten die dringend benötigte Hilfe erhalten können", erklärt Arjan Hehenkamp, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Holland. "Wir rufen alle Akteure auf, den Respekt vor der medizinischen Handlung wiederherzustellen."

Die Akzeptanz von allen Gemeinschaften und politischen und militärischen Gruppen ist die einzige Möglichkeit für medizinische Organisationen, einschließlich Ärzte ohne Grenzen, in Pakistan zu arbeiten. Diese Akzeptanz basiert auf der Tatsache, dass medizinische Hilfe ein einziges Ziel hat: Unparteiischer Hilfe für jeden zu leisten, der sie benötigt, ausgehend von nur diesem Bedarf.

"Die Menschen leiden an vermeidbaren Krankheiten"

Im vergangenen Jahr wurde die bereits schwache Wahrnehmung und Akzeptanz von Impfkampagnen in Pakistan durch den mutmaßlichen Missbrauch medizinischer Handlungen durch die CIA, in ihrem Bestreben, Informationen zu sammeln, die zur Tötung von Osama Bin Laden führten, weiter unterminiert.

Ärzte ohne Grenzen führt im Land trotz des großen Bedarfs keine Massenimpfungen durch. "Die Realität sieht so aus, dass wir in unseren Einrichtungen Menschen behandeln, die an vermeidbaren Krankheiten leiden", erklärt Hehenkamp. "Ein Teil der Lösung dieses Problems sind Massenimpfungen, aber wir können dies angesichts dieses tödlichen Klimas von Misstrauen derzeit nicht ins Auge fassen."

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1986 medizinische Nothilfe im Land

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1986 in Pakistan für die pakistanische Bevölkerung und für afghanische Flüchtlinge, für Opfer bewaffneter Konflikte, Naturkatastrophen oder Menschen, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen leisten derzeit in Kurram Agency in den föderal regierten Stammesgebieten, in Khyber Pkathtunkhwa in Belutschistan und in der Provinz Sindh medizinische Hilfe.

Ärzte ohne Grenzen nimmt für die Arbeit in Pakistan nur private Spenden von Privatpersonen an und akzeptiert weder Regierungsgelder noch Zuwendungen von institutionellen Gebern, militärischen oder politischen Gruppierungen.