Philippinen

Ärzte ohne Grenzen versorgt Opfer des dritten Tropensturms in einem Monat

Der dritte Tropensturm in einem Monat verursacht erneut Überschwemmungen. 15.000 Menschen mussten umgesiedelt werden.

Der Taifun Mirinae hat am vergangenen Freitag die Provinz Quezon an der philippinischen Ostküste getroffen. Mit Windstärken von 150 bis maximal 186 Kilometern pro Stunde ist der Taifun Mirinae (vor Ort auch Santi genannt) über die Region gezogen und hat heftigen Regen und Überflutungen mit sich gebracht, bevor er in Richtung Vietnam weitergezogen ist.

Der Taifun hat die Hauptstadt Manila am stärksten in den Regionen Tay Tay Barangay und Laguna Bay getroffen. Dabei wurden mindestens 19 Menschen getötet, viele weitere werden vermisst. Mehr als 15.000 Menschen mussten in Evakuierungszentren umgesiedelt werden. Insgesamt sind etwa 300.000 Menschen in 14 Provinzen betroffen. Mirinae hat in Gegenden Chaos verursacht, die noch immer unter den Folgen des Tropensturmes Ketsana leiden, der die Philippinen Ende September heimgesucht hatte.

„In einigen Gebieten ist das Wasser hüfthoch angestiegen. Die Menschen kämpfen noch immer mit den Folgen des Tropensturms Ketsana und haben bereits mehrere Wochen in stehenden Gewässern verbracht“, sagt Pierre Luigi Testa, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Manila. „Die Menschen sind durch die erneute Qual  zweifelsohne noch mehr Krankheiten ausgesetzt.“

Die Mitarbeiter leisten seit vergangenem Monat Hilfe für die Opfer in allen betroffenen Gebieten in Laguna Bay und im Osten der Stadt Manila. Die Organisation untersucht die neu überschwemmten Gebiete, vor allem die Küstenregionen und die südlichen Teile der Städte Laguna und Santa Cruz, die zu 80 Prozent überschwemmt sind.

Mobile Teams erreichen Menschen in überfluteten Gebieten

Ärzte ohne Grenzen wird in den Städten Tarlac Barangay, Los Banos, Cabuyao, Santa Cruz und Calamba Hygienekits und Plastikplanen verteilen und die Wasser- und Sanitärsituation mit Latrinen und sauberem Wasser verbessern. Der Taifun hat fünf Gesundheitsposten überflutet. Mobile Teams werden die Menschen in der Gegend mithilfe mobiler Kliniken medizinisch versorgen.

Teams von Ärzte ohne Grenzen behandeln die Menschen in den Evakuierungszentren in Laguna Bay und in den überfluteten Gebieten und beobachtet die Gesundheitssituation. Seit Beginn der Intervention wurden mehr als 1.500 Behandlungen durchgeführt.

Ärzte ohne Grenzen kontrolliert und überwacht in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium Fälle von Durchfall und Leptospirose, einer bakteriellen Infektion, die durch den Kontakt mit Wasser verursacht wird, das mit tierischen Fäkalien verseucht ist. Außerdem verteilen Mitarbeiter an etwa 18.000 Familien in den betroffenen Gegenden Hilfsgüter wie Kanister, Kochutensilien, Decken, Seife und Baumaterial, um Unterkünfte zu errichten. In den Evakuierungszentren in diesem Gebiet werden auch Latrinen gebaut und sanitäre Materialien wie Chlor und Bürsten ausgegeben.

Ärzte ohne Grenzen gibt auf der im Norden gelegenen Insel Luzon und in den Provinzen Cagayan und Illocos Norte 12.000 Hygienekits und Baumaterial für die Flutopfer in den Orten Pangasinan, Tarlac und Benguet aus. Die Organisation hat in den Regionen mehr als 2.500 Behandlungen durchgeführt und beobachtet auch weiterhin die Gesundheitssituation und Fälle von Durchfall und Leptospirose, um möglichen Ausbrüchen vorzubeugen. Ärzte ohne Grenzen hat außerdem in der Stadtgemeinde Rosales in der Provinz Pangasinan behelfsmäßige Latrinen gebaut und an mehr als 9.000 Haushalte Wasserreinigungstabletten verteilt.