Swasiland

Ärzte ohne Grenzen veranstaltet internationalen Tuberkulose-Workshop

Die Doppel-Epidemie von HIV/Aids und TB reduziert die Lebenserwartung auf unter 32 Jahre. Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich auf die Behandlung vor allem derjenigen Tuberkulosekranken, die an arzneimittelresistenter TB leiden.

Das kleine Königreich Swasiland im Süden Afrikas steht am Rande einer gesundheitlichen Krise. Die tödliche Doppel-Epidemie von HIV/Aids und Tuberkulose (TB) dezimiert die Bevölkerung. Swasiland gehört heute zu den Staaten mit den weltweit höchsten HIV/Aids-bedingten Todesraten.

Ein Viertel aller sexuell aktiven Personen in Swasiland hat HIV/Aids. 80 Prozent der HIV-infizierten Menschen haben auch TB. Jedes Jahr werden unter der  1,1 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung etwa 14‘000 neue Fälle von TB diagnostiziert. Mehr als 25 Prozent davon sind wiederum HIV-positiv.

Die Lebenserwartung ist infolge der Doppel-Epidemie von HIV/Aids und TB auf unter 32 Jahre gesunken. Das ohnehin schlechte Gesundheitssystem des Landes kann das allgemeine Gesundheitsproblem kaum handhaben.

Da in Swasiland Land 80 Prozent der Bevölkerung in verarmten ländlichen Regionen lebt und die Dörfer weit abseits der grossen Kommunikations- und Strassennetze liegen, gestaltet sich die gesundheitliche Versorgung der Familien extrem schwierig. Hinzu kommt, dass Swasiland sehr wenige Ärzte und keine Hochschule zur Ausbildung von Ärzten und Krankenpflegepersonal hat. Dies macht die Situation noch gravierender.

Die internationale medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit November 2007 in Swasiland und behandelt Tuberkulosekranke, insbesondere jene, die an der sich allmählich ausbreitenden tödlichen Formen der arzneimittelresistenten TB (MDR-TB) und der extrem arzneimittelresistenten TB (XDR-TB) leiden.

Aufgrund der zunehmenden HIV/Aids und TB-Epidemie hat Ärzte ohne Grenzen dieses Jahr gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium Swasilands einen internationalen Workshop zur Diskussion des Problems der HIV/TB-Koinfektion im Süden Afrikas organisiert. Der Workshop findet vom 28. bis 30. Oktober statt.

Hauptziel dieses Workshops ist es, innovative Wege zur geeigneten Behandlung und Unterstützung der mit HIV und TB infizierten Patienten zu erörtern. Da es in Swasiland nicht ausreichend medizinisches Fachpersonal im Land gibt, werden die Teilnehmer des Workshops nach Wegen suchen, ein Gesundheitssystem aufzubauen, bei dem die Patienten auf Gemeindeebene betreut werden.