Chile

Ärzte ohne Grenzen unterstützt nach dem Erdbeben Krankenhäuser, organisiert mobile Einsätze und fliegt Material ein

Nachdem vor zehn Tagen ein schweres Erdbeben der Stärke 8,8 Chile erschüttert hat, haben Teams von Ärzte ohne Grenzen verschiedene Regionen erkundet. Sie helfen dort, wo der größte Bedarf besteht: So unterstützten sie Einrichtungen, die eine Vielzahl von Patienten versorgen müssen, helfen dabei, die Basisgesundheitsversorgung wieder aufzubauen, verteilen Material und bieten Betroffenen psychologische Hilfe an.

Teams der Organisation haben in den schwer betroffenen Regionen Maule und Bio Bio medizinisches Material an Krankenhäuser verteilt und an zahlreichen Orten mobile Hilfe geleistet. Zurzeit sind sie vor allem in der Küstenregion von Maule unterwegs, die nach dem Beben von hohen Wellen getroffen wurde, und im Inland in der Region Curepto. Zudem helfen zwei Ärzte auf der Insel Santa Maria, wo es kein medizinisches Personal gab. Dort wird auch Material ausgegeben.

Ärzte ohne Grenzen hat die Produktion von 3.000 Sanitärsets beauftragt. Mit einem Flugzeug aus Panama sollen weitere 2.000 Sanitärsets zur Versorgung von 25.000 Menschen sowie 2.000 Plastikplanen für provisorische Unterkünfte kommen. Aus Kolumbien werden morgen zwei Baukastensysteme mit medizinischem Material und Medikamenten für die Versorgung nach Naturkatastrophen erwartet.

Viele Menschen benötigen psychologische Hilfe

Am vergangenen Wochenende ist ein Team von Psychologen in Chile angekommen, das die vom Erdbeben Betroffenen unterstützen wird. Viele von ihnen leiden nach Angaben unserer Mitarbeiter an einem posttraumatischen Stresssyndrom. Anhaltende Nachbeben in den Tagen nach dem Erdbeben haben die Menschen in Panik versetzt. Daher ist es wichtig, den psychologischen Folgen für die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Ärzte ohne Grenzen ist seit seiner Ankunft in Chile in engem Kontakt mit den chilenischen Behörden. Die Ergebnisse zum Zustand der Gesundheitseinrichtungen aus der Erkundungsphase hat die Organisation mit dem Gesundheitsminister geteilt.

Solidarität der chilenischen Bevölkerung beeindruckend

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben ihre Basis in den Städten Talca und Concepción. Sie koordinieren die Verteilung von Hilfsgütern und bieten medizinische Hilfe sowie psychologische Unterstützung in den umliegenden Gebieten an.

Die Mitarbeiter vor Ort sind von der Solidarität der chilenischen Bevölkerung beeindruckt. Zahlreiche chilenische Ärzte und Psychologen arbeiten ehrenamtlich, während andere Nahrung und Kleidung für ihre betroffenen Landsleute gesammelt haben und an sie verteilen.

Im Moment besteht das Team von Ärzte ohne Grenzen in Chile aus 18 Mitarbeitern, darunter sind Ärzte, Psychologen, Krankenpfleger und Logistiker aus Argentinien, Bolivien, Panama, Mexiko und Spanien sowie aus Chile selbst.