Mali

Ärzte ohne Grenzen ruft zu Respekt vor Zivilbevölkerung auf

Viele Menschen aus Mail flüchten in Nachbarländer wie Mauretanien, Niger oder Burkina Faso. Das Bild wurde im Camp Mbera in Mauretanien aufgenommen.

Nach den heftigen Kämpfen im Norden in Konna und den Luftangriffen in Lere, Douentza und Gao fordert Ärzte ohne Grenzen alle Konfliktparteien in Mali auf, die Zivilbevölkerung zu respektieren und medizinische Einrichtungen zu verschonen.

In Douentza, einem Ort nordöstlich von Mopti, begannen am Sonntagmorgen erneut Luftangriffe. Ein medizinisches Team von Ärzte ohne Grenzen befindet sich derzeit im dortigen Krankenhaus und leistet medizinische Hilfe. "Aufgrund der Luftangriffe und der Kämpfe traut sich niemand in der Stadt hinaus, und die Patienten kommen nicht ins Krankenhaus", erklärt Rosa Crestani, Nothilfe-Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen. "Wir sind um die Menschen besorgt, die in der Nähe der Kampfzonen leben und rufen alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu respektieren und medizinische Einrichtungen nicht anzugreifen." Der Leiter des Noteinsatzes in Mali, Dr. Mego Terzian, fügt hinzu: "In der Nacht vom 10. auf den 11. Januar hat Ärzte ohne Grenzen mehrere Anrufe erhalten, in denen von zahlreichen Toten und Verwundeten auch unter der Zivilbevölkerung in Konna berichtet wurde."

Medizinische Versorgung mithilfe mobiler Kliniken

Ärzte ohne Grenzen hat bereits zwei Lastwagen mit medizinischem Material und Medikamenten ins Land gebracht und damit die medizinischen Einrichtungen in der Region Mopti unterstützt. Viele Bewohner scheinen dort vor den Kämpfen geflohen zu sein, und viele Orte sind zu Geisterstädten geworden. Ärzte ohne Grenzen tut alles in seiner Macht stehende, um diese Vertriebenen zu finden und ihnen mit mobilen Kliniken Hilfe anzubieten.

Infolge der Luftangriffe in Lere, weiter im Norden in der Nähe zur mauretanischen Grenze, haben mehrere hundert Menschen die mauretanische Grenze überquert. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Mauretanien aktivierten darauf ihren Notfallplan und sind vor Ort, um den Ankömmlingen Hilfe zu leisten. "Rund 200 Flüchtlinge sind bereits mit dem Auto oder Lastwagen in das Lager Fassala in Mauretanien gelangt", erklärt Karl Nawezi, Leiter der Projekte von Ärzte ohne Grenzen in Mauretanien. "Sie haben uns erzählt, dass sich zahlreiche weitere Flüchtlinge, die kein Fahrzeug gefunden haben, zu Fuß in Richtung der Grenze aufgemacht haben."

Dutzende Verletzte in Timbuktu versorgt

Neben der medizinischen Hilfe in Mopti und Douentza arbeitet Ärzte ohne Grenzen auch in den Regionen Timbuktu und Gao. In Timbuktu arbeiten Teams der Organisation im Referenzkrankenhaus, in das sie Dutzende Verwundete infolge der sieben Fahrstunden entfernt stattfindenden Gefechte aufnahmen. Andere Teams sind in neun lokalen Gesundheitszentren in der Umgebung von Timbuktu tätig. Außerdem liefert Ärzte ohne Grenzen medizinisches Material und Medikamente und verstärkt die medizinische und chirurgische Hilfe in der Nähe der Gefechte.

Am vergangenen Wochenende waren auch die Städte Gao und Ansongo in der Region Gao, von Luftangriffen betroffen. Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Notaufnahme und bei der medizinischen Grundversorgung im Referenzkrankenhaus Ansongo sowie in zwei Gesundheitszentren in der Region. Die Organisation betreibt außerdem mobile Kliniken.

Seit mehreren Monaten arbeitet Ärzte ohne Grenzen in Mali in den Regionen Gao, Timbuktu und Douentza. Die Teams leisten hautsächlich chirurgische, medizinische und Ernährungs-Hilfe. Im Süden des Landes, in der Region Koutiala, betreibt Ärzte ohne Grenzen ein Ernährungsprogramm. Zudem unterstützt die Organisation malische Flüchtlinge in den Nachbarländern Mauretanien, Niger und Burkina Faso.