Westafrika

Ärzte ohne Grenzen: Reaktion auf die Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotfalls durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO)

"Die Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotstands zeigt, wie ernst die WHO den derzeitigen Ebola-Ausbruch nimmt. Aber Stellungnahmen allein retten keine Leben", sagt Dr. Bart Janssens, Leiter der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel. "Auf diese Stellungnahme müssen jetzt schnellstens konkrete Taten folgen. Seit Wochen betont Ärzte ohne Grenzen, dass massive Maßnahmen dringend benötigt werden, um Leben zu retten und die Epidemie einzudämmen. Es kostet Menschenleben, dass die Reaktion auf diese Krise zu langsam erfolgt.

Länder, die über die nötigen Kapazitäten verfügen, müssen sofort Experten für Infektionskrankheiten in die Region schicken. Die Epidemie kann nicht ohne einen massiven Personaleinsatz aus diesen Ländern eingedämmt werden.

Konkret braucht es eine radikale Aufstockung der Hilfe in folgenden Bereichen: Bei der medizinischen Behandlung von Patienten, der Schulung von Gesundheitspersonal, der Infektionskontrolle, der Nachverfolgung von Verdachtsfällen, der epidemiologischen Überwachung, der Einrichtung von funktionierenden Alarm- und Überweisungssystemen für Verdachtsfälle, sowie bei der Mobilisierung der betroffenen Bevölkerungsgruppen und der Aufklärung.

Derzeit sind 66 internationale und 610 lokale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in den drei betroffenen Ländern im Einsatz gegen die Ebola-Epidemie. Alle unsere Ebola-Experten sind im Einsatz - wir können derzeit einfach nicht mehr unternehmen."