Demokratische Republik Kongo

Ärzte ohne Grenzen reagiert auf anhaltende Gewalt

Die Bevölkerung leidet im Norden der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan weiterhin unter heftigen Angriffen der ugandischen Rebellen der Lord's Resistance Army (LRA). Seit die nationale Armee gegen die Rebellen vorgeht, hat die Gewalt noch zugenommen. Ärzte ohne Grenzen unterstützt nicht nur die Vertriebenen sondern auch die einheimische Bevölkerung. Die Teams leisten medizinische und psychologische Hilfe und versuchen, die Lebensbedingungen zu verbessern.

D.R. Kongo

Offizielle Zahlen gehen von rund 250.000 Menschen aus, die im Norden der D.R. Kongo vertrieben wurden. Die Situation verschlechtert sich anhaltend und die humanitäre Hilfe reicht nicht aus, um die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Der Mangel an Sicherheit erschwert die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen und anderen Hilfsorganisationen, und für die Bevölkerung ist der Zugang zu medizinischen Einrichtungen sehr schwierig.

In Dungu, einer Stadt im Nordosten des Distrikts Haut-Uélé, behandeln Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in zwei Gesundheitszentren durchschnittlich 300 Patienten pro Woche. Das chirurgische Team im Krankenhaus von Dungu operiert etwa 20 Patienten pro Woche. Außerdem leistet Ärzte ohne Grenzen psychologische Unterstützung für die Menschen, die durch die anhaltende Gewalt traumatisiert sind.

In Doruma, einer isolierten und unsicheren Stadt an der sudanesischen Grenze, plant Ärzte ohne Grenzen an 4.000 Menschen Kochutensilien und Gebrauchsgegenstände zu verteilen. Darüber hinaus wird derzeit ein medizinisches Programm eingerichtet, in dem neben medizinischer auch psychologische Betreuung für Opfer sexueller Gewalt und die Behandlung der Schlafkrankheit angeboten werden.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt das Krankenhaus in der Stadt Niangara und das Gesundheitszentrum in dem Ort Wawé. Im Durchschnitt werden pro Woche 800 Behandlungen durchgeführt und 30 Patienten stationär behandelt. Außerdem arbeitet ein Team im Krankenhaus von Faradje mit mehr als 400 ambulanten und 30 stationären Patienten pro Woche. Es werden hauptsächlich Malaria, akute Atemwegs- und sexuell übertragbare Infektionen sowie stressbedingte Krankheiten behandelt. Wichtig ist auch das psychosoziale Programm, das der Bevölkerung dabei helfen soll, mit Stress und traumatischen Erlebnissen umzugehen. Derzeit erhalten in Faradje beispielsweise 73 Kinder, die von bewaffneten Männern entführt worden waren, psychologische Hilfe.

Die Aktivitäten in den Regionen Ariwara und Imboko im Distrikt Ituri hat Ärzte ohne Grenzen an die lokalen Gesundheitsbehörden übergeben. Die Organisation wird die Situation in der Region aber weiterhin beobachten.

Im Dorf Dingila im weiter westlich gelegenen Distrikt Bas-Uélé hat Ärzte ohne Grenzen an etwa 10.000 Vertriebene Plastikplanen, Decken, Moskitonetze und Wasserkanister verteilt. Die Menschen haben in der Region sehr eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung und sauberem Wasser.

In den Regionen Haut-Uélé und Bas-Uélé arbeiten etwa 130 nationale und 21 internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen.

 

Sudan

Zehntausende Kongolesen haben im Südsudan Zuflucht gesucht. Die ugandischen Rebellen haben aber auch dort Dörfer angegriffen, so dass Tausende Sudanesen zur Flucht gezwungen waren.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt im Staat Western Equitoria kongolesische Flüchtlinge und Sudanesen, die aufgrund der Gewalt fliehen mussten. Die Basis der Mitarbeiter ist in der Stadt Yambio, von der aus mobile Teams in die Orte Yambio, Makpandu, Naandi und Ezo fahren, um medizinische und psychologische Hilfe zu leisten. Der Ort Ezo konnte im vergangenen Monat aufgrund anhaltender Angriffe der LRA nicht angefahren werden.

Außerdem hatte Ärzte ohne Grenzen seit Februar mehr als 7.000 kongolesische Flüchtlinge in den Orten Libogo und Nyori im Staat Central Equatoria unterstützt.

Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen hat in der Nähe des Ortes Nyori ein Flüchtlingslager eingerichtet. Ärzte ohne Grenzen hat in dem Lager eine Basisgesundheitsstation errichtet, in der jede Woche etwa 500 Behandlungen durchgeführt werden. Außerdem haben die Teams Kinder gegen Masern geimpft und die sanitäre Situation verbessert.

Nachdem die dringendsten Bedürfnisse gedeckt und die Klinik fertig errichtet war, hat Ärzte ohne Grenzen das Projekt im Juni an die Organisation "Across" übergeben. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wären aber darauf vorbereitet, einen erneuten Ansturm von Flüchtlingen und Vertriebenen zu versorgen.

Im Staat Western Equatoria im Südsudan arbeiten etwa 28 nationale und vier internationale Mitarbeiter.