Kolumbien

Ärzte ohne Grenzen hilft Opfern der jüngsten Überschwemmungen und des Ausbruchs des Vulkans Nevado del Huila

Nach den heftigen Regenfällen, die vergangene Woche über verschiedenen Regionen Kolumbiens niedergingen, hat Ärzte ohne Grenzen medizinische Teams an den Fluss San Juan entsandt, um die Lage zwischen Istmina und San Miguel zu evaluieren. Die Teams fanden alle Dörfer südlich von Bebedo schwer beschädigt vor, wobei einige vollständig unter Wasser standen. In Bebedo hielten beispielsweise nur 40 von 350 Häusern den Fluten stand, der Ort Dipurdu mit1.200 Einwohnern stand mindestens zu 70 Prozent komplett unter Wasser.

Da die meisten Wasserquellen verunreinigt sind, Wassermassen die Nahrungsmittel zerstört haben, und die Strom- und auch die Wasserversorgung unterbrochen sind, führten die Teams über das Wochenende verschiedene Nothilfemaßnahmen durch: Sie verteilten fünf Tonnen Nahrungsmittel und 3.000 Liter Wasser an fünf Orten. Mehr als 2.000 Menschen erhielten Plastikplanen und Decken. Mobile Kliniken, die seit August 2006 am Fluss San Juan arbeiten, passten außerdem ihre Routen an, um den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die am stärksten betroffenen Gemeinden der überschwemmten Region zu legen.

Ein anderes Team von Ärzte ohne Grenzen leistete im Bezirk Cauca Hilfe für die Opfer des Ausbruchs des Vulkans Nevado del Huila. Der Ausbruch begann am 20. November und löste eine Schlammlawine aus, die den Pegelstand des Flusses anwachsen ließ. Tausende Menschen mussten in Notunterkünften Zuflucht suchen oder waren durch die Zerstörung von mindestens sechs Brücken von der Außenwelt abgeschnitten. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben 1.200 Decken sowie Wasserbehälter, Plastikplanen und Hygiene-Kits in den am stärksten isolierten Gebieten verteilt. Der Bezirk Huila war ebenfalls von dem Vulkanausbruch betroffen, jedoch weniger stark, so dass Ärzte ohne Grenzen dort keinen Bedarf feststellte.

Laut Angaben des kolumbianischen Instituts Ingeominas hält die seismische Aktivität des Vulkans an. Weiterhin treten Gase und Asche aus dem oberen Teil des Vulkans aus. Ärzte ohne Grenzen wird die Entwicklung der vulkanischen Aktivität genau beobachten und gegebenenfalls weitere Hilfsmaßnahmen starten.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1985 in Kolumbien.