Pakistan

Ärzte ohne Grenzen hilft Bevölkerung nach Erdbeben

Erdbebenregion Belutschistan: Die Temperaturen sinken nachts bis um den Gefrierpunkt.

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen hat die von einer Serie von Erdbeben am stärksten betroffene Region Ziarat in Pakistan erreicht. Das Gebiet war seit der Nacht von Dienstag auf Mittwoch immer wieder von Beben erschüttert worden. Die meisten Häuser, die aus Lehm gebaut waren, wurden zerstört und die Menschen mussten die Nacht im Freien verbringen. Etwa 150.000 Menschen leben in der Region, die in einer bergigen Gegend etwa 75 Kilometer nördlich von Quetta in Belutschistan entfernt liegt. Mehr als 50.000 Menschen sind von den Zerstörungen durch das Beben stark betroffen. Am Mittwochabend ereignete sich ein starkes Nachbeben, zahlreiche Überlebende besuchten zu dieser Zeit Beerdigungen von Opfern des ersten Bebens.

Ärzte ohne Grenzen hat innerhalb von 24 Stunden ein Zentrum eingerichtet, in dem Verletzte behandelt werden. Die Mitarbeiter haben Decken, Kochutensilien, Wasserkanister, Zelte sowie Leichensäcke verteilt. Die Hilfsgüter stammen aus dem Lager der Organisation in Islamabad.

Die Temperaturen liegen nachts um den Gefrierpunkt

Das Hauptanliegen von Ärzte ohne Grenzen ist es nun, die Bevölkerung in kleinen Dörfern in den Bergen zu erreichen und sie mit medizinischer Hilfe und Materialien zu versorgen. Der überwiegende Teil der Erdbeben-Region liegt 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. Die Nächte sind dort sehr kalt, die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.

"Die Menschen versuchen, sich so gut es geht selbst zu helfen. Manche Regionen sind stark betroffen, aber insgesamt scheint das Ausmaß der Zerstörung auf einen 25 bis 30 Kilometer langen Abschnitt beschränkt zu sein", sagte Projektkoordinator Stephen Cooper von Ärzte ohne Grenzen. "Dennoch versuchen wir jene zu finden, die am meisten betroffen sind, um ihnen entsprechende Hilfe zu leisten." In einigen Gebieten ist bislang noch keine Hilfe eingetroffen.

Am Donnerstag machte sich ein Team von Ärzte ohne Grenzen auf dem Weg nach Khan Killi, um den Menschen dort zu helfen. Ein zweites Team untersuchte die Lage im Pishin Distrikt. Ein drittes Team kümmerte sich um Verletzte und verteilte Hilfsgüter.