Japan

Ärzte ohne Grenzen erreicht Erdbebengebiet und erkundet Lage

Das Team von Ärzte ohne Grenzen, das die vom Erdbeben der Stärke 9.0 und den Tsunamis betroffenen Gebieten im Nordosten Japans erreicht hat, unterstützt weiterhin die umfangreichen Hilfsarbeiten der japanischen Regierung. Das Team wurde auf zehn Personen aufgestockt, weitere Mitarbeiter werden am Montag zur Unterstützung geschickt.

"Am Sonntag haben wir mobile Kliniken und Evaluierungen in zwei Evakuierungszentren durchgeführt", berichtet Mikiko Dotsu, Koordinator des Ärzte ohne Grenzen Teams. "Die medizinischen Bedürfnisse steigen in den Evakuierungszentren."

Für die Überlebenden der Katastrophe bleibt die Situation schwierig, weite Teile der Provinz sind noch immer von der Wasserversorgung und Elektrizität abgeschnitten.

Am Montag wird sich das zehnköpfige Erkundungsteam in zwei Gruppen aufteilen und die Erkundungen auf den Süden von Sendai in der Provinz Miyagi ausdehnen. Darüber hinaus werden sie sich in die abgelegenen Gebiete begeben, die am schlimmsten von den Erdbeben und Tsunamis getroffen wurden.

Neben weiteren Evaluierungen, werden die Teams sich auf die Behandlung der Bedürftigsten konzentrieren, vor allem der älteren Bevölkerung und kleiner Kinder, sowie auf Patienten, die unter chronischen Kranken wie Diabetis und Herzkrankheiten leiden.

Ärzte ohne Grenzen beobachtet weiterhin die Situation in der Region der Fukushima Atomkraftwerke. Sollte sich die Lage dort weiter verschlechtern, kann momentan ausschließlich die japanische Regierung darauf reagieren.

13. März 2011 (Redaktionsdatum 15.00 Uhr)

Am Samstagabend lokaler Zeit hat das erste Erkundungsteams von Ärzte ohne Grenzen die von dem schweren Erdbeben betroffene Gegend im Nordosten Japans erreicht.

„An manchen Stellen haben wir komplett zerstörte Häuser und Gebäude gesehen. Bewohner berichten, das Wasser des Tsunamis sei seit gestern bereits zurückgegangen, aber noch immer sind weite Teile überflutet“, so Mikiko Dotsu, Koordinatorin des Erkundungsteams.

Das Team befindet sich jetzt in einem Evakuierungszentrum in der Stadt Sendai, wo rund 100 Bewohner Zuflucht gefunden haben. Bisher, so scheint es, sind deren medizinischen Bedürfnisse gedeckt.

„Die Behörden geben an, dass 90 medizinische Katastrophenhilfsteams in der Provinz Miyagi die Arbeit aufgenommen haben. Es scheint, dass sie genügend Leute haben. Ein Transfersystem zu den Krankenhäusern wurde bereits aufgebaut und scheinbar haben diese die Situation im Griff“, sagt Mikiko.

Doch auch wenn die medizinische Situation in Sendai unter Kontrolle zu sein scheint, braucht die Bevölkerung Hilfe. „Im Moment gibt es nur sehr wenig Elektrizität und keine Wasserversorgung. Die Menschen brauchen Essen, Decken und Wasser. Diese Dinge brauchen sie im Moment dringender als medizinische Versorgung“, so der Koordinator des Erkundungsteams.

Das Team wird seine Erkundungen am Sonntag fortsetzen und wird dabei von weiterem medizinischem und logistischem Personal von Ärzte ohne Grenzen unterstützt.

12. März 2011 (Redaktionsdatum 16.00 Uhr)

Zwei Teams von Ärzte ohne Grenzen haben die Provinz Miyagi per Helikopter erreicht und sind auf dem Weg in die Stadt Sendai – eine der am schwersten vom Beben betroffenen Gebiete.

Am frühen Sonntag morgen sollen drei weitere Helikopter mit zusätzlichem Personal von Ärzte ohne Grenzen ins Katastrophengebiet starten.

Alle Mitarbeiter arbeiten eng mit der Medizinischen Katastophenhilfe Japans (DMAT) zusammen und werden im weiteren den Bedarf an medizinischer Versorgung erkunden.

12. März 2011 (Redaktionsdatum 10.00 Uhr)

Nachdem am Freitag Nachmittag ein Erdbeben der Stärke 8,9 und die darauf folgenden Tsunamis im Nordosten von Japan schwere Verwüstungen angerichtet haben, versuchen zwei dreiköpfige Teams von Ärzte ohne Grenzen die am schlimmsten betroffenen Gebiete in den Provinzen Iwate und Miyagi zu erreichen.

Der Landweg in diese Regionen ist durch die Überflutungen nach den Tsunamis blockiert. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen, bestehend aus medizinischen Mitarbeitern und Logistikern, werden versuchen, die betreffenden Gebiete mit Hubschraubern zu erreichen. Sobald sie dort sind, werden sie mit den für den Noteinsatz zuständigen örtlichen Behörden Kontakt aufnehmen, um den Bedarf an medizinischer Hilfe festzustellen. Weitere 25 medizinische und logistische Mitarbeiter in Japan stehen zur Unterstützung bereit, sollte dies nach der Erkundung notwendig sein.