Demokratische Republik Kongo

Ärzte ohne Grenzen bekämpft Ebola in West-Kasai

Isolierstation in Kaluamba: Die meist tödliche Krankheit ist höchst infektiös. Die Mitarbeiter müssen Schutzkleidung tragen und strenge Hygieneregeln befolgen.

In der Provinz West-Kasai sind bis heute insgesamt 42 Patienten mit Verdacht auf Ebola gemeldet worden, von denen dreizehn gestorben sind. Das Epizentrum der Epidemie ist vermutlich das Dorf Kaluamba im Zentrum der Provinz West-Kasai.

Mehr als 20 Blut- und Stuhlproben von Patienten mit Verdacht auf Ebola wurden in Labore in die kongolesische Hauptstadt Kinshasa, nach Südafrika und Gabun geschickt. Bis heute haben die Mitarbeiter aber erst zehn Untersuchungsergebnisse zurückerhalten, darunter sind vier positive Befunde. Unter den bislang von den dreizehn verstorbenen Patienten zurückgekommenen Resultaten ist kein positiver Ebolabefund.

In der Region gibt es Krankheiten wie Malaria und Bakterienruhr, deren grippeartige Symptome denen der Anfangsphase von Ebola ähneln. Um Ebolapatienten frühzeitig und eindeutig identifizieren zu können, wäre daher ein verlässliches Labor nötig, das näher als die zur Verfügung stehenden liegt und Resultate innerhalb von 24 Stunden liefern kann.

Patienten werden isoliert und medizinisch wie psychologisch versorgt

Das Team von Ärzte ohne Grenzen vor Ort konzentriert sich auf vier Strategien, um mit dem Ausbruch umzugehen. Zum einen isoliert das Team die Patienten und leistet medizinische und psychologische Hilfe in einem Isolationszentrum in Dorf Kampungu, in der Nähe von Kaluamba. Im Moment wird dort noch ein Patient behandelt.

Zum anderen macht das Team Menschen ausfindig, die möglicherweise Kontakt mit der Krankheit hatten. Zurzeit sind 200 von ihnen unter Beobachtung.

Drittens informiert Ärzte ohne Grenzen die Bevölkerung über die Krankheit und darüber, wie eine Übertragung vermieden werden kann.

Teams bieten kostenlose Gesundheitsversorgung in der Region

Schließlich bietet das Team eine kostenlose Gesundheitsversorgung in der betroffenen Region an, die so lange weitergeführt werden soll, bis der Ausbruch beendet ist. So soll den Menschen die finanzielle Hürde genommen werden, die viele davon abhält, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ebola ist eine hoch ansteckende, meist tödliche Viruskrankheit, die durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Erbrochenem oder Stuhl übertragen werden kann. Daher sind sowohl Angehörige von Erkrankten als auch das Pflegepersonal von Ansteckung bedroht. Aus diesem Grund stellt Ärzte ohne Grenzen auch sicher, dass Beerdigungen mit den notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt werden.

Derzeit arbeitet ein Team von Ärzte ohne Grenzen mit 18 Mitarbeitern in der Provinz Western Kasai. Das Team besteht aus Ärzten, Krankenschwestern, Wasser- und Sanitärspezialisten, Aufklärungspersonal und Logistikern. Zu seiner Unterstützung sind ein Epidemiologe und ein zusätzlicher Wasser- und Sanitärspezialist unterwegs in die Region.