Jemen

Ärzte ohne Grenzen behandelt Verletzte nach Kämpfen in Razeh

Anfang Mai kam es zu einer Wiederaufnahme der Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den Al-Houthi Rebellen. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben im Krankenhaus in der Stadt Razeh 41 Verletzte behandelt.

Seit dem 5. Mai gibt es in der Stadt Razeh im nördlichen Jemen täglich Gefechte. Ärzte ohne Grenzen konnte seitdem durchgehend im städtischen Krankenhaus arbeiten. Das Team hat seit Beginn der Kämpfe 41 Patienten behandelt, die Opfer der Gewalt wurden. Die meisten waren Zivilisten (22 Männer, neun Frauen und sechs Kinder). Sechs Verletzte konnten in regionale Krankenhäuser überwiesen werden, nachdem Mediziner von Ärzte ohne Grenzen die Patienten stabilisiert hatten. Gleichzeitig mussten die normalen Aktivitäten im Krankenhaus zurückgefahren werden, da die Sicherheit durch die nahen Kämpfe nicht gewährleistet war und Patienten kaum Zugang zum Krankenhaus hatten.

Verschlechterung der Sicherheitslage

Die Sicherheitslage hat sich beträchtlich verschlechtert. Seit Anfang Mai ist es mehrfach zu Vorfällen gekommen, durch die die Sicherheit von Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen gefährdet war. Vor allem trafen Irrläufer das Krankenhaus, und Granaten gingen in der Nähe der Klinik und der Unterkunft von Ärzte ohne Grenzen nieder. Dennoch sind einige internationaler Mitarbeiter einschließlich des Projektkoordinators weiterhin im Krankenhaus tätig.

In der Region Al Tahl, in der weitere jemenitische und internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen arbeiten, gibt es keine Kämpfe.

Ärzte ohne Grenzen leistet im Regierungsbezirk Saada im nördlichen Jemen seit September 2007 medizinische Hilfe. Die Bevölkerung leidet seit dem Jahr 2004 unter dem Konflikt zwischen den Regierungstruppen und den Al Houthi Rebellen. Die Organisation hat zwei Projekte - in den Krankenhäusern der Städte Razeh und Tahl - und bietet in einigen abgelegenen Städten medizinische Unterstützung an.