Japan

Ärzte ohne Grenzen behandelt Patienten in abgelegenen Gebieten

Nach dem Erdbeben und Tsunami in Minamisanriku, Präfektur Miyagi. (Foto: REUTERS/Kyodo, courtesy Trust.org - AlertNet)

Mittwoch, 16. März

Das Team von Ärzte ohne Grenzen in der Erdbebenregion hat in Tome in der nördlichen Präfektur Miyagi eine Einsatzzentrale errichtet. Die zwölf Mitarbeiter haben sich in drei Gruppen aufgeteilt.

Ein Team mit zwei Mitarbeitern arbeitet weiterhin mit lokalen Ärzten in Evakuierungszentren in Minamisanriku, ein weiteres Zweier-Team erkundete die Lage auf der Insel Oshima nahe der Küste, wo die Mitarbeiter ebenfalls zwei Evakuierungszentren unterstützen. Sie waren das erste medizinische Team auf der Insel und betreuten bisher etwa 40 Patienten. Die meisten von ihnen hatten durch den Tsunami ihre Medikamente für chronische Krankheiten verloren.

Das dritte Team fuhr noch weiter Richtung Norden in die Präfektur Miyagi, um die Lage in der Stadt Kesennuma zu erkunden. Dort waren bereits japanische Ärzte-Teams im Einsatz.

Die meisten Konsultationen betreffen ältere Menschen mit chronischen Vorerkrankungen. Vielen Patienten sind die Medikamente gegen Blutdruck und Diabetes ausgegangen. Das Wetter in der Region war über Nacht sehr schlecht, mit Schneefall und Temperaturen unter null Grad. Es kam zu einigen Fällen von Unterkühlung und zu Atemwegsinfektionen, vermutlich aufgrund der überfüllten Räume in manchen Evakuierungszentren.

Ärzte ohne Grenzen hat 25.000 Decken in einem Lager für Hilfsgüter in Dubai bestellt. Diese sollten in den nächsten Tagen eintreffen.

Donnerstag, 17. März

Zwei mobile Teams arbeiten nach wie vor in Evakuierungszentren in der Gegend von Minamisanriku, ein drittes fuhr wieder in die Region um Kesennuma. Ein viertes Team machte sich auf den Weg in den Norden, um die medizinische Situation in dem Gebiet zu erkunden.

In Tokio arbeitet das Notfall-Koordinationsteam daran, Lebensmittelspenden für die Menschen in den Evakuierungszentren zu erhalten. Zudem versuchen sie, Wasser zu organisieren, das per Lastwagen in die betroffenen Gebiete gebracht werden soll. Der Zugang per Landweg ist inzwischen besser geworden.

Weitere 5.000 Decken wurden in Tokio eingekauft und werden am Sonntag verteilt.

Ärzte ohne Grenzen beobachtet die Situation in der Nähe der Atomkraftwerke in Fukushima weiterhin sehr genau. Sollte sich die Lage dort akut verschärfen, ist ausschließlich die japanische Regierung in der Lage, darauf zu reagieren.