Demokratische Republik Kongo

Ärzte ohne Grenzen behandelt Opfer einer Massenvergewaltigung am Neujahrstag

Ärzte ohne Grenzen hat 33 Frauen, die am Neujahrstag in Fizi (Provinz Süd-Kivu) vergewaltigt wurden, versorgt. Die Organisation ist sehr besorgt über die Lage in Fizi und Umgebung, wo der Angriff stattfand. Aus Furcht vor weiterer Gewalt fliehen die Menschen aus der Region.

Die Frauen waren während eines gezielten Angriffs in der Nacht zum ersten Januar in der Stadt Fizi und Umgebung vergewaltigt worden. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben die Frauen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Krankenhaus von Fizi behandelt. Zudem wurden zwei schwer verwundete Menschen- einer von ihnen wurde mit einem Stein verletzt, der andere erlitt eine Schusswunde - in das Baraka Krankenhaus überwiesen.

"Die Frauen waren mit Seilen gefesselt oder mit Gewehrkolben bewusstlos geschlagen worden, bevor sie angegriffen wurden, teilweise in Anwesenheit ihrer Kinder", sagte Annemarie Loof, Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in der Provinz Süd-Kivu. "Bis zu vier Männer waren jeweils daran beteiligt. Außerdem wurden Geschäfte und Unterkünfte geplündert.

Ärzte ohne Grenzen bietet den vergewaltigten Frauen und Mädchen eine spezielle Behandlung an, die sie unter anderem vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Viele Frauen haben Angst davor, sich behandeln zu lassen, da sie fürchten, von ihren Familien stigmatisiert zu werden oder dadurch weitere Bedrohungen von bewaffneten Gruppen riskieren.

Allein im Jahr 2009 hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 5.600 Vergewaltigungsopfer mit medizinischer und psychologischer Hilfe in Nord- und Süd-Kivu versorgt.