Äthiopien

Ärzte ohne Grenzen behandelt im Süden des Landes mangelernährte Kinder und verteilt Nahrungsmittel

Lange Trockenzeiten und ein dramatischer Anstieg der Nahrungsmittelpreise haben in Äthiopien in diesem Jahr zu einer Ausbreitung der Mangelernährung in einigen Regionen des Landes geführt. Ärzte ohne Grenzen hat daher Mitte Mai mit einem Nothilfe-Ernährungsprogramm in den Regionen Oromiya und Southern Nations and Nationalities People's (SNNPR) in Äthiopien begonnen. Inzwischen sind mehr als 700 Mitarbeiter an diesem Einsatz beteiligt, das Budget liegt bei 13,3 Millionen Euro.

Zunächst konzentrierten sich die Mitarbeiter auf schwer mangelernährte Patienten, unter ihnen hauptsächlich Kinder. Mitte Juli wurde dann ein Ernährungsprogramm für mäßig mangelernährte Kinder und ihre Familien eröffnet. In den vergangenen vier Monaten hat Ärzte ohne Grenzen in verschiedenen Orten mehr als 28.000 schwer mangelernährte und 21.000 mangelernährte Patienten versorgt. Dabei verwenden die Mitarbeiter therapeutische Zusatznahrung. Im Juli hat Ärzte ohne Grenzen außerdem gezielt Nahrungsmittel an mehr als 12.500 Menschen verteilt.

In einigen dieser Regionen scheint sich die Situation im Moment zu stabilisieren, die Zahl der schweren Fälle von Mangelernährung geht zurück. Dennoch ist es nicht möglich, einen generellen Trend im Land zu erkennen. Die Krise ist aufgrund unterschiedlicher Klimazonen und Regenperioden örtlich auf einige Regionen begrenzt. So wurden in den Regionen Afar und Somali Fälle von Mangelernährung gefunden und Ärzte ohne Grenzen stellt sich darauf ein, Hilfe zu leisten.

Im Süden des Landes beginnt bald die Maisernte, aber in der Zwischenzeit bleibt die Verteilung von Nahrungsmitteln notwendig. Selbst in Orten, in denen die Rate der Aufnahmen in den Behandlungszentren langsam zurückgeht, braucht die Bevölkerung zumindest für die kommenden Wochen Unterstützung mit Nahrungsmitteln. In SNNPR drängen sich immer noch Menschenmengen am Eingang der Ernährungszentren von Ärzte ohne Grenzen und versuchen, etwas Essen zu bekommen. Trotz der zahlreichen Nahrungsmittelhilfen der äthiopischen Regierung und des Welternährungsprogramms sind die Bedürfnisse in einigen Regionen immer noch hoch.

Während des Nothilfeeinsatzes arbeiten mehr als 700 Mitarbeiter für Ärzte ohne Grenzen. In sechs stationären Behandlungszentren werden schwer mangelernährte Kinder mit Komplikationen wie Infektionskrankheiten behandelt. An 53 Orten hat Ärzte ohne Grenzen Zentren zur Behandlung von schwer mangelernährten Kindern eingerichtet, die jedoch ambulant betreut werden können und nicht über Nacht bleiben müssen. In 26 Zentren werden mäßig mangelernährte Kinder versorgt. Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1984 in Äthiopien