Afghanistan

Ärzte ohne Grenzen behandelt 24 Verletzte nach Bombenexplosionen in Laschkar Gah

Chirurgen im Boost Krankenhaus operieren Schwerverletzte nach der Bombenexpolosion in Laschkar Gah am 20. Juni.

Nach vier Explosionen am Sonntagmorgen im Stadtzentrum von Laschkar Gah, der Hauptstadt der afghanischen Provinz Helmand, behandelten Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit Angestellten des dortigen Boost-Krankenhauses 24 Verletzte.

"Zwanzig Minuten nach den ersten beiden Explosionen vor einer Bank trafen die ersten Patienten in der Notaufnahme ein", berichtet Paulo Reis, Arzt von Ärzte ohne Grenzen vor Ort. "Zunächst nahmen wir 20 Patienten - darunter drei Kinder - mit verschieden schweren Verletzungen auf, von Schnittwunden an der Schulter bis zu schweren Granatverletzungen. Zwei von ihnen wurden sofort in die Chirurgie gebracht, ein weiterer kurz darauf."

Nach der dritten Explosion trafen zwei weitere Verletzte ein. Eine vierte Explosion, die zehn Kilometer außerhalb von Laschkar Ggah stattfand, führte zu zwei weiteren Aufnahmen von Verletzten. Einer von ihnen hatte schwere Gesichtsverletzungen und erhielt lebensrettende Atemhilfe.

"Es war in dieser Situation von großer Hilfe, dass die neue Notaufnahme des Krankenhauses gut ausgestattet ist, mit ungefähr zwanzig Mitarbeitern, die bereitstanden, um sich um die eintreffenden Patienten zu kümmern", so Reis.

Drei der Verletzten - zwei Kinder und eine Frau - starben kurz nachdem sie im Krankenhaus angekommen sind. 16 Patienten konnten nach der Behandlung entlassen werden, fünf befinden sich nach wie vor im Krankenhaus. Vier von ihnen sind in stabilem Zustand, der fünfte wird bald für eine rekonstruktive Gesichtschirurgie überwiesen.

Neben dem Boost-Krankenhaus in Laschkar Gah unterstützt Ärzte ohne Grenzen derzeit das Ahmed Shah Baba-Krankenhaus im Osten Kabuls. Es ist geplant, die Unterstützung von Krankenhäusern und ländlichen Gesundheitszentren im Laufe des Jahres 2010 auf andere afghanische Provinzen auszuweiten. Ärzte ohne Grenzen akzeptiert für die Arbeit in Afghanistan keine institutionellen Gelder. Die Projekte werden ausschließlich mit privaten Spenden finanziert.