Haiti

1.500 Patienten behandelt - Erdbebenhilfe ein Wettlauf gegen die Zeit

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen leisten unter Zeltplanen medizinische Nothilfe vor dem Gelände des zerstörten Trinité-Krankenhauses. © Julie Remy

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Port-au-Prince konzentrieren sich im Moment darauf, die chirurgischen Aktivitäten auszuweiten. 300 Menschen wurden ins Krankenhaus Choscol im Distrikt Cité Soleil überwiesen, dort werden sie jetzt in der Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen versorgt - zwei Operationssäle sind inzwischen funktionstüchtig. Die anderen medizinischen Mitarbeiter kümmern sich weiterhin um die Hunderten Menschen in den anderen Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen, die dringend Erste Hilfe und Wundversorgung benötigen.

Das Material aus dem zerstörten Krankenhaus Materinité Solidarité wurde in das Choscol-Krankenhaus gebracht. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, da die infizierten Wunden schnell behandelt werden müssen. Zusätzliches Material und ein aufblasbares Krankenhaus sind auf dem Weg nach Haiti.

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen behandeln die Patienten weiterhin in Zelten, die vor dem zerstörten Trinité Krankenhaus und dem ebenfalls beschädigten Rehabilitationszentrum Pacot errichtet wurden. Mehr als 1.500 Patienten wurden bereits behandelt. "Die medizinischen Prioritäten liegen derzeit darauf, die Menschen zu untersuchen, sie zu stabilisieren und an die chirurgischen Teams zu überweisen", erklärt Mego Terzian, Mitarbeiter des Nothilfeteams von Ärzte ohne Grenzen.

Nahrung wird knapp, und Wasser ist ein großes Problem

Im Moment sind die größten Probleme die Grundversorgung und der Zugang für die Transporte. Nahrung wird knapp, und Wasser ist ein großes Problem. Ärzte ohne Grenzen beginnt für die Patienten und die Menschen in der Nähe, Trinkwasser zum Choscal-Krankenhaus zu transportieren.

Die Bedürfnisse in der ganzen Stadt sind überwältigend, und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen erhalten Berichte von sehr schweren Zerstörungen und Verlusten in den kleineren Städten nahe der Hauptstadt. Sie werden versuchen, in diese Regionen zu gelangen und zu ermitteln, was Ärzte ohne Grenzen dort tun kann. Mobile Kliniken sind in der Planung. Die Teams wollen sich auch um Geburtshilfe kümmern, die immer eine Priorität von Ärzte ohne Grenzen war. Auch besteht nach einer Katastrophe dieses Ausmaßes Bedarf an psychologischer Hilfe.

25 weitere Mitarbeiter verstärken das Team

Ärzte ohne Grenzen hat bisher zwei Frachtflugzeuge direkt zum Flughafen von Port-au-Prince schicken können. Andere mussten ins benachbarte Santo Domingo fliegen, oft aufgrund des Mangels an Benzin für Flugzeuge in Haiti. Menschen und Material müssen dann über Land reisen. Bis zum Ende des Tages werden 25 neue Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen das Team in Port-au-Prince verstärken.