Aktuelle Entwicklungen

Mehr als 400.000 Menschen haben im Rahmen unserer Kampagne „A Fair Shot“  unsere Forderung nach bezahlbaren Impfstoffen unterstützt. Dank ihrer Hilfe können wir jetzt wichtige Erfolge verzeichnen: Sowohl GlaxoSmithKline (GSK) als auch Pfizer haben angekündigt, für humanitäre Organisationen in Krisensituationen ihre Preise zu senken. Mit der Kampagne möchten wir darüber hinaus eine grundsätzliche Preisreduzierung auf 5 US-Dollar pro Kind für die Dosen der Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe der Hersteller Pfizer und GlaxoSmithKline (GSK) erreichen. Denn jährlich sterben fast eine Million Kinder an Lungenentzündungen, vielfach ausgelöst durch Pneumokokken. Die Vakzine der beiden Hersteller sind die wichtigsten Pneumokokken-Impfstoffe für Kleinkinder. Trotz erster Schritte zum Erfolg bleibt noch viel zu tun. Erfahren Sie hier, was bisher geschah und welche Problemfelder bleiben.

Auch Pfizer kündigt Preissenkung für Pneumokokken-Impfstoffe an

November 2016: Pfizer kündigt an, den Preis für eine Dosis seines Impfstoffs gegen Pneumokokken (Prevenar 13) auf 3,10 US-Dollar zu senken. Damit kostet die Immunisierung pro Kind nun 9,30 US-Dollar - der weltweit günstigste Preis - und nur für Hilfsorganisationen in Krisensituationen.

„Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, der dazu beitragen wird, dass Millionen Kinder weltweit und in Hilfsprogrammen von Ärzte ohne Grenzen gegen Lungenentzündungen geschützt werden können“, sagt Jason Cone, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen USA. „Die Details des Angebots sind noch nicht bekannt, deshalb freuen wir uns darauf, mehr zu erfahren. Wir hoffen nun, dass Pfizer seine Bemühungen auch auf Entwicklungsländer ausdehnt und all jenen Regierungen einen niedrigeren Preis anbietet, die ihre Kinder aus Kostengründen immer noch nicht gegen Lungenentzündungen schützen können“, so Cone.

GlaxoSmithKline senkt Preise für Pneumokokken-Impfstoffe

September 2016: GlaxoSmithKline (GSK) kündigt an, den Preis für seinen Pneumokokken-Impfstoff (PCV) für humanitäre Organisationen, die Flüchtlinge und Kinder in Krisengebieten betreuen, auf 9 US-Dollar pro Kind zu senken

„Dank der Preissenkung von GSK werden unsere Teams nun endlich in der Lage sein, mehr Kinder gegen Pneumokokken zu impfen“, sagt Joanne Liu, internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen. „Die Ankündigung von GSK ist damit ein wichtiger erster Schritt, der nun hoffentlich auch Pfizer motiviert, die Preise für seinen Pneumokokken-Impfstoff noch weiter zu senken.“ Zu bedenken ist, dass die bisherige Preissenkung durch GSK ausschließlich für Organisationen gilt, die Flüchtlinge und Kinder in Krisengebieten betreuen. Dies führt also nicht zu einer Abdeckung für alle Kinder, die eine solche Impfung benötigen. Auf jeden Fall müssen beide Firmen den Impfstoffpreis auch für die Regierungen ärmerer Länder senken, die es sich nach wie vor nicht leisten können, die Pneumokokken-Impfung in nationale Impfprogramme aufzunehmen.

Treffen mit dem Vorstandsvorsitzen von Pfizer, Ian Read

September 2016: Der Geschäftsführer der US-amerikanischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, Jason Cohen, und die Impfstoff-Expertin der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen, Kate Elder, treffen sich mit dem Vorstandsvorsitzenden von Pfizer, Ian Read. Ziel des Gesprächs ist es, unsere Forderungen im Rahmen der Kampagne "A Fair Shot - Bezahlbarer Impfstoff für jedes Kind" zu diskutieren. Sehen Sie unseren Video-Bericht zu dem Treffen oben auf dieser Seite.

Hohe Impfstoffpreise erschweren Impfung von geflüchteten Kindern

Juli 2016: Anlässlich einer Impfkampagne in Griechenland weisen wir erneut auf viel zu hohe Preise hin, die Regierungen und Nichtregierungsorganisationen für Impfstoffe zahlen müssen.  Ärzte ohne Grenzen hatte in Griechenland rund 5.000 geflüchtete Kinder gegen mehr als zehn Krankheiten geimpft, unter anderem gegen Lungenentzündung. Pro Dosis dieser Impfstoffe mussten wir 60 Euro bezahlen. Das ist rund 20 Mal so viel wie der niedrigste verfügbare Preis für Pneumokokken-Impfstoffe, der bei knapp drei Euro liegt. Dieser niedrige Preis wird im Rahmen der Impfallianz Gavi nur den ärmsten Ländern gewährt.

Ärzte ohne Grenzen übergibt Unterschriften von mehr als  400.000 Unterzeichnern unserer „A Fair Shot“-Kampagne

April 2016: In New York und London werden den Unternehmen Pfizer und GSK die Unterschriften von mehr als 400.000 Menschen übergeben, die eine Senkung der Preise für die Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe der beiden Hersteller für alle ärmeren Länder und humanitäre Hilfsorganisationen fordern.

GlaxoSmithKline (GSK) reduziert Preis für Pneumokokken-Impfstoff für Impfallianz Gavi / Widerspruch gegen Impfstoff-Patentantrag von Pfizer in Indien

März 2016: Ian Read, Vorstandsvorsitzender von Pfizer, gibt bekannt, ab 2017 die Preise des Pneumokokken-Impfstoffes für die Impfallianz Gavi, die die ärmsten Länder weltweit bei der Umsetzung von Impfprogrammen unterstützt, um 10 Prozent zu senken.

März 2016: Ärzte ohne Grenzen reicht Widerspruch gegen einen Patentantrag des Pharmakonzerns Pfizer für sein Vakzin gegen Pneumokokken in Indien ein. Der Hersteller möchte sich so gegen Konkurrenz durch andere Produzenten in Indien schützen lassen. Pfizers Ziel ist es, ein Patent auf die Methode zur Kombinierung von 13 Serotypen des Bakteriums „streptococcus pneumoniae“ zu dem Konjugatimpfstoff PCV13 zu erhalten.

„Die Herstellungsweise für den Impfstoff, die Pfizer zu patentieren versucht, ist zu naheliegend, um patentiert werden zu können“, sagt Leena Menghaney, Leiterin der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Indien. „Es geht Pfizer darum, ein jahrelanges Marktmonopol zu sichern. Der Antrag auf ein Patent für den Pneumokokken-Impfstoff sollte abgelehnt werden. Das würde den Weg für bezahlbarere Versionen des Impfstoffes ebnen.“