Afghanistan

3. Oktober 2017: Gedenktag Angriff auf unsere Klinik in Kundus

Das zerstörte Krankenhaus nach dem Angriff.

Am zweiten Jahrestag des schrecklichen Angriffs der US-amerikanischen Luftwaffe auf unser Unfallkrankenhaus in Kundus am 3. Oktober 2015 gedenken wir der Menschen, die Opfer dieser Katastrophe wurden. 42 Menschen verloren damals ihr Leben – unter ihnen waren 24 Patienten und 4 Begleitpersonen sowie 14 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen. Dutzende wurden zudem bei dem Angriff auf das voll funktionierende und durch das humanitäre Völkerrecht geschützte Krankenhaus verletzt. Wir denken auch an die Familien und Freunde der Opfer.

Seit dem Angriff und der Zerstörung der Klinik fehlte Tausenden Menschen dort der Zugang zu Notfallmedizin – in einer Zeit, in der sie dringend benötigt wird.

Medizinische Einrichtungen dürfen kein Ziel von Angriffen sein

Leider ist der Vorfall in Kundus bei weitem kein Einzelfall. Immer wieder werden medizinische Einrichtungen und Krankenhäuser zum Ziel völkerrechtswidriger Angriffe – sei es im Südsudan, im Jemen oder in Syrien. Ärzte ohne Grenzen fordert unter dem Begriff #NotATarget ein Ende jeglicher Angriffe dieser Art.

Schritt für Schritt soll die Arbeit in Kundus wiederaufgenommen werden

Ärzte ohne Grenzen begann nach dem Vorfall Verhandlungen mit allen Konfliktparteien, damit diese die Neutralität der humanitären Hilfe in der Region anerkennen. Nach eineinhalb Jahren intensiven Austauschs und zahlloser Treffen erhielt die Organisation schließlich die Zusagen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie alle Patientinnen und Patienten respektiert und letztere versorgt werden könnten – unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, politischen Überzeugungen oder sonstigen Zugehörigkeiten. Ärzte ohne Grenzen prüft seither sorgfältig die Wiederaufnahme der medizinischen Aktivitäten in Kundus, die schrittweise erfolgen soll. Zunächst nahm im Juli 2017 eine chirurgische Ambulanz zur Behandlung leichterer Verletzungen ihre Arbeit auf.

Alle anderen Projekte der Afghanistan-Hilfe von Ärzte ohne Grenzen liefen weiter – mit erhöhten Patientenzahlen, da sich der Konflikt im Land intensivierte.