20 Jahre deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen

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Am 9. Juni vor 20 Jahren gründen sieben Frauen und Männer einen neuen Verein: Ärzte ohne Grenzen e.V., fortan Teil des internationalen Netzwerks von Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen. Das Netzwerk umfasst heute 19 Sektionen, die Rolle der deutschen Sektion wächst: Immer mehr deutsche Mitarbeiter gehen auf Projekteinsatz, immer mehr Spender unterstützen unsere Arbeit für Menschen in Not, und auch unsere Bekanntheit nimmt zu. Nur eines hat sich nicht verändert: Hinter Ärzte ohne Grenzen stehen seit 20 Jahren ein enthusiastisches Team und verlässliche Spender.

9. Juni 1993: Gründung

Aller Anfang ist klein: Ärzte ohne Grenzen e.V. zählt gerade mal sieben Gründungsmitglieder, das Büro in Bonn zwei Räume und drei Angestellte. Aufgaben: Ärzte, Pflegekräfte und Logistiker anwerben und die Öffentlichkeit informieren. Der Spendenbereich kommt 1994 ungeplant hinzu: Der Völkermord in Ruanda erschüttert die Welt, viele Deutsche wollen helfen und spenden dem neu gegründeten Verein vier Millionen D-Mark.

1999: Friedensnobelpreis

Die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen erhält den Friedensnobelpreis für ihre „Pionierarbeit im humanitären Bereich auf allen Kontinenten“. Die Freude ist auch im deutschen Büro groß.

2000: Medikamentenkampagne

Die Medikamentenkampagne – gegründet vom Nobelpreisgeld - kämpft für den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten. Seit dem Jahr 2000 sitzt auch ein Campaigner im deutschen Büro. Adressaten: die Pharmaindustrie und die deutsche Politik.

2000: Umzug nach Berlin

Ärzte ohne Grenzen zieht im Jahr 2000 von Bonn nach Berlin. Wir engagieren uns in der Gesellschaft, um die Idee der humanitären Hilfe sichtbar zu machen. Das geht am besten dort, wo möglichst viele andere Akteure – Politiker, NGOs und Medien – vor Ort sind.

2004 Koordinierung von Hilfseinsätzen

Neben Mitarbeiterwerbung, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising neu in der deutschen Sektion: die direkte Steuerung von Projekten vom Berliner Büro aus. 2013 sind es 20 Projekte in acht Ländern sowie ein länderübergreifendes Schlafkrankheitsprojekt.

2004/2005: Tsunami

Die Katastrophe ist schrecklich, die Spendenbereitschaft enorm. Allein die deutsche Sektion erhält in den ersten Tagen mehr als 20 Millionen Euro – das entspricht unserem geplanten Budget für das gesamte Jahr 2005. An diesem Punkt ist klar: Mehr Geld können wir nicht sinnvoll für die Tsunami-Hilfe ausgeben, wir müssen einen ungewöhnlichen Schritt tun: Wir bitten öffentlich, uns nicht mehr zweckgebunden für die Tsunami-Opfer zu spenden. „Bitte geben Sie uns freie Spenden für Menschen in Not überall auf der Welt.“

2013: Humanitäre Hilfe vs. Militär

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens richtet Ärzte ohne Grenzen im April in Berlin eine Konferenz aus: „20 Jahre deutsche Außenpolitik aus humanitärer Sicht“. Sie zeigt ein Problem auf, das für unsere Arbeit immer dringlicher wird: Wenn Militär und Politik die Nothilfe für eigene Zwecke missbrauchen, bringt das humanitäre Helfer in Gefahr.