Unsere Hilfe in Tunesien

Unsere Aktivitäten im Rückblick:

2015 hielt Ärzte ohne Grenzen in Tunesien aufgrund der katastrophalen Situation auf dem Mittelmeer, durch die tausende Flüchtlinge ums Leben kamen, Trainings für mehr als hundert Fischer ab. Viele Fischer versuchen bereits seit Jahren, in Seenot geratenen Flüchtlingen zu helfen, doch solche Rettungskationen sind gefährlich. Sie lernten daher in unserem Training, wie man mit den Flüchtlingen an Bord kommuniziert und wie sie das Maritime Rettungs- und Koordinationszentrum Italien kontaktieren, um von dort Hilfe zu bekommen. Den Fischern wurde außerdem Sicherheits- und Rettungsausrüstung wie Schutzmaterial, und -kleidung sowie Schwimmwesten zur Verfügung gestellt. Schließlich ging es auch um den Umgang mit den Körpern Verstorbener. Ärzte ohne Grenzen führte solche Schulungen auch für den tunesischen und libyschen Roten Halbmond sowie den tunesischen Zivilschutz und die Nationalgarde durch.

Ärzte ohne Grenzen leistete bereits im Jahr 2011 erstmals in Tunesien Hilfe. Damals gerieten Gesundheitseinrichtungen in Städten und Dörfern entlang der Grenze zu Libyen aufgrund der vielen Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Nachbarland enorm unter Druck. In der tunesischen Grenzstadt Dehiba eröffnete Ärzte ohne Grenzen daher ein Stabilisierungszentrum für Verwundete. Als es in der libyschen Stadt Misrata zu heftigen Kämpfen kam, waren deren Bewohner von jeglicher Hilfe von außen abgeschnitten, die Krankenhäuser und Kliniken völlig überwältigt. Ärzte ohne Grenzen führte daher zwei medizinische Evakuierungen durch: Die Teams brachten 135 Patienten mit dem Boot von Misrata nach Tunesien.