Myanmar (Burma) 2008: Nach dem Zyklon Nargis hilft Ärzte ohne Grenzen mit Hilfsgütern, Wasserversorgung, medizinischer Hilfe und psychotraumatischen Projekten, © Eyal Warshawski
 
Myanmar (Burma) 2008: Nach dem Zyklon Nargis hilft Ärzte ohne Grenzen mit Hilfsgütern, Wasserversorgung, medizinischer Hilfe und psychotraumatischen Projekten,


Zweckbindung "Myanmar und andere"

Was verbirgt sich hinter dem Stichwort "Myanmar und andere"? Wie verwendet Ärzte ohne Grenzen diese Spenden?

Die Finanzierung der Nothilfeprojekte in Myanmar (Birma) richtet sich nach dem Bedarf der Menschen in Not. Das heißt, so lange Ärzte ohne Grenzen in dem Katastrophengebiet sinnvoll Hilfe leisten kann, werden Spenden mit dem Stichwort "Myanmar und andere" für die Opfer der Naturkatastrophe verwendet. Dazu gehört auch die Reparatur der Kliniken von Ärzte ohne Grenzen in Myanmar, die vom Zyklon teilweise zerstört wurden.

Als medizinische Nothilfeorganisation sind wir jedoch nicht am Wiederaufbau beteiligt. Sollten mehr Spenden eingehen, als für die Nothilfe nach dem Wirbelsturm benötigt werden, werden wir Spenden mit dem Stichwort "Myanmar und andere" für andere Projekte verwenden, die Ärzte ohne Grenzen im Land durchführt. Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Bevölkerung in Myanmar seit 1992 unter anderem mit Basisgesundheitsversorgung, Malaria- und Tuberkulosebehandlung sowie Hilfe bei Unterernährung. Darüber hinaus betreuen die Teams in Myanmar 16.000 Menschen mit HIV/Aids. Die Projekte dort zählen zu den größten von Ärzte ohne Grenzen weltweit. Ausführlichere Informationen dazu finden Sie hier:

Aids
acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
Malaria
Häufigste Tropenkrankheit, die durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich rund 225 Millionen Menschen an Malaria, annähernd eine Million Menschen sterben daran. Ärzte ohne Grenzen hat 2010 begonnen, bei schweren Erkrankungen die intravenöse Behandlung auf das neue Medikament Artesunat umzustellen und setzt sich für die weltweite Anwendung dieser Behandlung ein.
Tuberkulose
Etwa neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose (TB). Viele von ihnen sind HIV-Infizierte mit schwachem Immunsystem (sog. Koinfektion). Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwendig. Ärzte ohne Grenzen nutzt ab 2011 ein neues Diagnose-Gerät, das die Krankheit schneller und sicherer diagnostiziert sowie eine Form der multimedikamentenresistenten-TB erkennt. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die wichtigsten Medikamente resistent und die Patienten müssen zwei Jahre lang täglich Medikamente mit starken Nebenwirkungen einnehmen.

 

Sollten auch diese Projekte bereits ausfinanziert sein, werden wir die Spende mit dem Stichwort "Myanmar und andere" in einem anderen Land einsetzen, in dem dringend Hilfe gebraucht wird. Dabei bemühen wir uns, Projekte zu finden, die dem ursprünglichen Spendenzweck möglichst nahe kommen.

Eine Zweckbindung mit dem Zusatz "und andere" erleichtert uns die Arbeit und den Verwaltungsaufwand sehr. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass wir die Spende zuerst und solange in dem betroffenen Gebiet einsetzen, wie sie dort benötigt wird. Im Falle einer Ausfinanzierung sind wir dann jedoch in der Lage, anderen Menschen in Not ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand schnell und unbürokratisch zu helfen.

Freie Spenden ohne Stichwort ermöglichen es uns, planbar, professionell und unabhängig zu helfen.

 

Mai 2008

Fotos: Eyal Warshawski



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Spendenverteilung 2010