Southern Asia

Südasien: Ärzte ohne Grenzen startet Hilfsmaßnahmen für Opfer des Seebebens

Berlin/Brüssel, 28. Dezember 2004. Nach dem verheerenden Seebeben in Südasien erkunden Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Gebiete der betroffenen Region. Ein Flugzeug mit 32 Tonnen Hilfsgütern zur medizinischen Notversorgung von 30.000 bis 40.000 Menschen wird sobald als möglich nach Sumatra in Indonesien starten. Sumatra war sowohl direkt von den Erschütterungen des Seebebens als auch von den Flutwellen betroffen.

Sumatra ist das dem Epizentrum des Erdbebens am nächsten gelegene Landgebiet und scheint mindestens so stark betroffen zu sein wie Sri Lanka und Indien: "Wir machen uns darauf gefasst, den Schaden von zwei aufeinanderfolgenden Katastrophen vorzufinden: Dort haben sowohl das Erdbeben und die Nachbeben als auch die nachfolgenden Flutwellen Verwüstungen angerichtet", sagte Jan Weuts von Ärzte ohne Grenzen. Weuts koordiniert von Brüssel aus den Nothilfeeinsatz in Indonesien.

Die Lieferung nach Sumatra wird Medikamente und medizinische Hilfsmittel, ein Zeltkrankenhaus, Materialien zur Reinigung von Trinkwasser, Generatoren sowie Plastikplanen und Moskitonetze enthalten. Besonders den Menschen in der Provinz Aceh im Norden Sumatras soll mit den Gütern geholfen werden.

"Zu den großen medizinischen Problemen vor Ort werden Malaria und Dengue-Fieber zählen. Wir werden uns darauf konzentrieren, die Ausbreitung dieser Krankheiten einzudämmen, damit die ohnehin entsetzliche Zahl an Todesopfern nicht weiter steigt", so Weuts. Malaria und Dengue-Fieber werden durch Mückenstiche übertragen.

Das Team von Ärzte ohne Grenzen aus Jakarta soll am Nachmittag in der Stadt Banda Aceh in Sumatra eintreffen. Zudem sind Mitarbeiter von Europa aus nach Indonesien aufgebrochen.

An der Ostküste Süd-Indiens hat bereits am Montag ein Team von Ärzte ohne Grenzen die Stadt Chennai (früher Madras) erreicht. Sie berichten, dass dort erste Hilfsmaßnahmen von Seiten der Regierung eingeleitet sind, aber weitaus mehr Unterstützung benötigt wird. Noch am Dienstag werden die Mitarbeiter weiter in den Süden reisen.

Auch in Malaysia, Thailand, Myanmar (Birma), Somalia und Kenia erkunden Teams von Ärzte ohne Grenzen die zerstörten Gebiete. Ein Team der Nothilfeorganisation soll noch heute in Sri Lanka eintreffen.

Weitere Informationen: Pressestelle Christiane Löll, Stephan Große Rüschkamp, Tel.: 030-22 33 77 00

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