15.000 bis 20.000 Menschen, die mit HIV leben, sterben jährlich in Myanmar, weil sie keinen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten haben. Die Prävalenzrate von TB ist dreimal höher als der weltweite Durchschnitt. Myanmar ist weltweit unter den 27 Ländern mit der höchsten Rate an multiresistenter TB, deren Behandlung komplex und langwierig ist. Auch vollkommen gesunde Menschen können sich sehr leicht anstecken. "Ohne neue Therapiemöglichkeiten wird sich HIV/Aids und TB weiterhin ungehindert ausbreiten", betont Dr. Hin Nyein Chan von Ärzte ohne Grenzen. "Diese Gelegenheit darf nicht verpasst werden, denn die HIV-Raten in Myanmar sind relativ niedrig. Der fehlende Zugang zu einer Behandlung macht die Erkrankung zu einer der schwersten Epidemien in Asien."
Myanmar ist das am wenigsten entwickelte Land Südostasiens und zählt zu den Ländern, die weltweit am wenigsten offizielle Entwicklungshilfe erhalten. Da es aufgrund des Engagements der internationalen Gemeinschaft zu politischen Reformen kommt, ist jetzt die Gelegenheit, den Zugang zu HIV- und TB-Therapien auf die Prioritätenliste der Geberländer zu setzen. Myanmar leidet unter einem unterfinanzierten staatlichen Gesundheitssystem. Trotz vielversprechender Bemühungen, das Gesundheitsbudget zu erhöhen, werden Jahre vergehen, bis das Land über ein umfassendes Gesundheitssystem verfügt. "Ich möchte, dass die Behandlung für jeden Patienten in Myanmar zugänglich wird. Ich möchte, dass die Menschen am Leben bleiben und wie wir eine Therapie bekommen", sagt Zaw Zaw, eine 30-jährige Patientin, deren Mann und jüngstes Kind auch HIV-positiv sind und in einer Klinik von Ärzte ohne Grenzen behandelt werden.
"Wenn HIV- und TB-Behandlungsprogramme jetzt erweitert werden, können weitere Ansteckungen vermieden werden. Leben können gerettet und Geld gespart werden. Weniger infizierte Menschen bedeuten weniger verlorene Leben und weniger Menschen, die eine Behandlung brauchen", betont de Groote. "Die Geber müssen Myanmar dabei helfen sicherzustellen, dass mehr Patienten im ganzen Land Therapien gegen HIV und multiresistente TB erhalten."
Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Pressestelle:
| Burma | |
|---|---|
| Fläche: | 676 552 km² |
| Einwohner: | 49,190 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,4/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 75/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 58 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 64 J. |