Bei dem Erbeben in Haiti wurden rund 300.000 Menschen verletzt, zwei Millionen Menschen verloren ihr Hab und Gut. Fast ein halbes Jahr später leben sie noch immer in überfüllten Lagern, in Zelten oder unter Plastikplanen, ohne zu wissen, was vor ihnen liegt. "Es gibt enorm viele Probleme im Alltag eines Flüchtlings in einem Camp. Das Lager ist zwar ein erster Zufluchtsort, aber nach kurzer Zeit entstehen neue, unerwartete Schwierigkeiten, mit denen die Menschen umgehen müssen", betont Dörner. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben in Haiti bislang mehr als 137.000 Menschen medizinisch versorgt, davon 70.000 mit psychologischer Hilfe.
Rund 42 Millionen Menschen sind nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) auf der Flucht. "In Deutschland können wir uns oft nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen Flüchtlinge leben. Die Ausstellung zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Ärzte ohne Grenzen versucht, die Situation von Millionen von Menschen erträglicher zu machen", sagt der Schirmherr Peter Fox.
Besucher der Ausstellung erfahren, wie Unterkünfte in Flüchtlingslagern aussehen und die Wasserversorgung funktioniert, wie mangelernährte Kinder in einem Ernährungszentrum versorgt und Cholera-Patienten behandelt werden. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen bieten Führungen an und berichten von ihren Erfahrungen. Fotos, Videos und Informationsstände geben zusätzlich Einblick in die Arbeit der Organisation.
Das Flüchtlingslager ist bis zum 10. Juni auf dem Gänsemarkt täglich von 10 bis 20 Uhr zu sehen. Vom 15. bis 24. Juni macht die Ausstellung in Göttingen Station. Der Eintritt ist frei. Nach Voranmeldung werden für Gruppen Führungen organisiert. Am 8. Juni findet um 18.30 Uhr ein Werkstattgespräch zum Thema "Überleben auf der Flucht - gefangen im Lager?" in der Ausstellung in Hamburg statt. Zum Rahmenprogramm gehört außerdem eine Vorführung des Films "Invisibles" produziert von Oscar-Preisträger Javier Bardem und präsentiert von Ärzte ohne Grenzen (20.06., 11 Uhr, Kino Lumière, Göttingen).
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