"Wir hören häufig schreckliche Geschichten von unseren Patienten über ihre Reise. Sie haben die Wüste durchquert, wurden ins Gefängnis gesteckt, misshandelt und geschlagen, Frauen wurden vergewaltigt. Bevor sie es endlich schaffen, auf ein Boot nach Italien oder Malta zu gelangen, gehen sie durch die Hölle. Jetzt werden sie zurückgeschickt und erleben diesen Albtraum erneut. Das ist eine große Bedrohung für ihre Gesundheit und ihr Leben", sagte Antonio Virgilio, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen für Italien und Malta.
Lampedusa ist seit Jahren Ziel von Migranten und Flüchtlingen, die das Mittelmeer nach Europa überqueren. Seit 2002 versorgt Ärzte ohne Grenzen sie auf den Inseln medizinisch. Die Menschen - unter ihnen sind immer mehr Frauen und Kinder - leiden an Muskelbeschwerden, Dehydrierung und Verbrennungen von Sonne und Benzin und sind oft von der Reise traumatisiert.
Allein im Jahr 2008 hat Ärzte ohne Grenzen auf Lampedusa mehr als 1.400 Migranten und Flüchtlinge medizinisch versorgt. Die meisten von ihnen kamen aus subsaharischen Ländern Afrikas, ein Drittel kam aus ostafrikanischen Ländern, einschließlich Somalia und Eritrea. Sie fliehen vor Konflikten, Entbehrungen oder weitverbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Unterwegs sind die Menschen oft Opfer von Misshandlung und Gewalt.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet in Italien seit 1999 mit Migranten und Flüchtlingen und bietet ihnen auch weiterhin humanitäre Hilfe an. Zudem versorgt die Organisation Migranten und Flüchtlinge auf Malta, in Griechenland, Frankreich, Marokko, Südafrika, Thailand und im Jemen medizinisch.
Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Pressestelle:
| Italien | |
|---|---|
| Fläche: | 301 338 km² |
| Einwohner: | 59,855 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 4,2/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 4/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 78 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 83 J. |